19. April, 2024

Wirtschaft

Finanzminister Lindner eröffnet Aussicht auf expansive Verteidigungsausgaben

Finanzminister Lindner eröffnet Aussicht auf expansive Verteidigungsausgaben

Die perspektivischen Pläne des Bundesfinanzministers Christian Lindner zur Ausweitung des deutschen Verteidigungsetats haben einen weiteren positiven Impuls für Aktien in der Rüstungsindustrie gesetzt. Die Marktteilnehmer reagieren weiterhin mit Käufen auf die Ankündigung zukünftiger milliardenschwerer Budgets, wobei vor allem Rheinmetall, Hensoldt und Renk von den jüngsten Entwicklungen profitieren konnten.

Besonders hervorzuheben ist die Performance von Rheinmetall, deren Aktien im Dax eine neue Bestmarke erreichten und auf bis zu 535,60 Euro kletterten. Trotz einer leichten Beruhigung im Dax notierten die Anteilsscheine später mit einem Plus von 1,6 Prozent bei 529,20 Euro. Das Unternehmen zeichnet sich dabei durch eine beeindruckende Jahresbilanz aus; das Papier verzeichnete seit Beginn des Jahres einen Anstieg von circa 85 Prozent und führt damit unangefochten die Liste der Dax-Gewinner an. Dieser Erfolgszug setzt eine bereits bestehende Wachstumsdynamik aus dem Vorjahr fort.

Im MDax konnte ebenfalls der Rüstungselektronikspezialist Hensoldt einen Rekordwert von 44,58 Euro pro Aktie verzeichnen, bevor eine leichte Korrektur durch Gewinnmitnahmen eintrat. Die Anteilsscheine gaben minimal nach und notierten zuletzt bei 43,40 Euro, was einem Jahresplus von 76,5 Prozent entspricht.

Außerhalb der Dax-Gesellschaftsfamilie machte sich Renk als Börsenneuling bemerkbar, indem es am besagten Handelstag einen Wertzuwachs von 4,8 Prozent auf 38,61 Euro erzielte und somit ebenfalls einen Rekordstand markierte.

Die Weichen für diese Entwicklung stellte Lindner mit der Offenlegung, dass ab 2028 Potenziale für eine Erhöhung des Verteidigungshaushalts um bis zu neun Milliarden Euro bestehen. Die Einhaltung des NATO-Ziels werde zudem im Bundeshaushalt durchgängig berücksichtigt.

Die Welle an Kursgewinnen im Sektor ist eine Reaktion des Marktes auf die steigenden geopolitischen Spannungen, insbesondere seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Europa erlebt derzeit eine Wendezeit in der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik, wobei die Bundesregierung Russland als Sicherheitsrisiko einstuft. Die Folge ist eine erklärte Zielsetzung des Verteidigungsministers Boris Pistorius, die Bundeswehr "kriegstüchtig" zu gestalten.