21. Juni, 2024

Grün

Europäischer Wasserstoffsektor erhält staatlichen Schub

Europäischer Wasserstoffsektor erhält staatlichen Schub

Die Wasserstofftechnologie steht im Zentrum einer bedeutenden Förderinitiative der Europäischen Union. Mit einer befürworteten Investition von 1,4 Milliarden Euro durch die EU-Kommission rücken Deutschland und sechs weitere Mitgliedsstaaten in den Fokus, um den Ausbau der Wasserstoffindustrie energisch voranzutreiben, wie die Kommission kürzlich bekannt gab. Die Flugzeugbauer Airbus und der Automobilhersteller BMW zählen zu den industriellen Schwergewichten, die sich an den diesbezüglichen Projekten beteiligen.

Insgesamt 13 unterschiedliche Vorhaben sind für die Finanzspritze vorgesehen, die neben staatlicher Hilfe auch private Kapitalquellen im Umfang von 3,3 Milliarden Euro anziehen soll. Im Bereich der technologischen Entwicklung zielen diese Projekte unter anderem auf die Innovation von Hochleistungs-Brennstoffzellen für den maritimen und schienengebundenen Verkehr sowie die Konstruktion von leistungsstarken, sicheren Wasserstofftanks für den Luftfahrtsektor ab. Die Dichotomie zwischen direkter und indirekter Beschäftigungsförderung spiegelt sich in den prognostizierten 3600 neuen Arbeitsplätzen wider, die im Zuge dieser Unternehmungen entstehen könnten.

Diese Fördermaßnahmen gelten als sogenannte wichtige Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI), ein Status, der es den beteiligten Firmen ermöglicht, staatliche Subventionen mit erleichterten Auflagen zu empfangen. Dies bildet eine Ausnahme von den üblicherweise strikten EU-Beihilferegeln, die das Ziel verfolgen, Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche Eingriffe zu verhindern. Der Fokus auf grünen Wasserstoff, der mittels erneuerbarer Energien produziert wird, steht dabei im Vordergrund und repräsentiert einen wesentlichen Baustein der Energietransformation in Europa.

Zusätzliche Förderung im Gesundheitssektor wurde ebenso genehmigt. Dabei handelt es sich um ein weiteres IPCEI mit einem Budgetrahmen von bis zu einer Milliarde Euro, das die Forschung an neuen Medikamenten für seltene Krankheiten unterstützt. An diesem Projekt sind Unternehmen aus sechs EU-Staaten, darunter ebenfalls Frankreich, Spanien und Italien, beteiligt.