In einem ruhigen Start in die letzte vollständige Handelswoche vor Weihnachten verzeichnet der DAX ein leichtes Minus und notiert bei 20.360 Punkten. In der Vorwoche schloss der Leitindex bei 20.405 Punkten, nachdem er einen neuen Höchststand von 20.523 Punkten erreichte – ein symbolischer Anstieg von 0,1 Prozent. Doch während der DAX fast 22 Prozent im Jahresverlauf zulegte, mahnen Experten zur Vorsicht. Analysten der LBBW zeigen sich skeptisch angesichts der Diskrepanz zwischen starker Performance und schwacher Gewinnentwicklung von DAX-Unternehmen. In Verbindung mit politischen Risiken könnte dies die Aktienmärkte belasten. Der Nasdaq Composite setzte ebenfalls neue Maßstäbe und überschritt erstmals die 20.000-Punkte-Marke. Die anstehende Fed-Sitzung wird mit großen Erwartungen verfolgt, da die Anleger auf zinsfreundliche Signale hoffen. Bei einer Senkung um 25 Basispunkte könnte der Markt weiter an Aufwind gewinnen. Indes haben Sentiment-Indikatoren, wie Jens Ehrhardt von der Finanzwoche bemerkt, ein derzeitiges Hoch erreicht und signalisieren Überhitzung. Dennoch deutet die Saisonalität auf steigende Kurse bis Jahresende hin. Robert Rethfeld von Wellenreiter Invest erkennt einen intakten Aufwärtstrend, sieht jedoch begrenzten Spielraum für weitere Anstiege. Technische Analysten wie Jörg Scherer von HSBC achten insbesondere auf die nächste Woche, um potenzielle Aufwärtsbewegungen zu identifizieren. Der DAX müsse 20.623 Punkte überschreiten, um ein weiteres Wachstumsindiz zu liefern. Sollte der Index in Korrektur gehen, liegt eine entscheidende Unterstützung im Bereich von 19.675 Punkten.
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DAX in Wartestellung: Anleger im Spannungsfeld zwischen Euphorie und Vorsicht