24. Juli, 2024

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Bye-Bye PayPal? Wero revolutioniert den Geldtransfer

Wero startet – ein ambitioniertes Projekt, das verspricht, Zahlungen schneller und sicherer zu machen. Doch trotz der innovativen Technologie bleiben Fragen: Wird Wero die hohen Erwartungen erfüllen können oder endet es als ein weiterer ambitionierter Fehlschlag in Europas Finanzgeschichte?

Bye-Bye PayPal? Wero revolutioniert den Geldtransfer
Die European Payments Initiative hat Wero ins Leben gerufen, um Europas Abhängigkeit von außereuropäischen Zahlungsanbietern zu verringern.

Zur Stärkung der europäischen Souveränität im digitalen Zahlungsverkehr hat die European Payments Initiative (EPI) das lang erwartete Bezahlsystem Wero eingeführt.

Mit Wero ist es nun möglich, Geldtransaktionen in Echtzeit durchzuführen, ohne die Notwendigkeit einer langen IBAN. Stattdessen genügen eine Mobiltelefonnummer oder eine E-Mail-Adresse. Dies markiert einen signifikanten Paradigmenwechsel und könnte die Art und Weise, wie Europäer Geld überweisen, revolutionieren.

Eine einfache Lösung für komplexe Probleme

Zum Start unterstützen viele der führenden deutschen Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken das neue System, das eine sofortige Gutschrift des Geldes innerhalb von zehn Sekunden verspricht.

Dies bietet eine nie da gewesene Geschwindigkeit und Komfort für den Nutzer. Ab 2025 plant Wero, die Dienste auf Online-Zahlungen auszuweiten und bis 2026 auch Zahlungen im Einzelhandel zu ermöglichen.

Strategische Bedeutung für Europa

Wero ist nicht nur eine technologische Innovation, sondern auch ein strategischer Zug, um die Abhängigkeit von außereuropäischen Finanzakteuren wie Mastercard, Visa und PayPal zu reduzieren.

Joachim Schmalzl, Vorstand im Sparkassenverband DSGV und Aufsichtsratsvorsitzender von EPI, betont die Bedeutung von Wero für die europäische Autonomie. „Wir haben bisher in Europa kein eigenes gemeinsames Zahlverfahren, was uns in Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern bringt. Wero wird diese Lücke schließen.“

Herausforderungen und Zukunftspläne

Trotz des vielversprechenden Starts gibt es Herausforderungen. Einige große Banken wie die Deutsche Bank und die ING sind noch nicht Teil des Systems, was die universelle Akzeptanz und Verbreitung von Wero einschränken könnte. Zudem stehen die neuen technologischen Ansätze von Wero im direkten Wettbewerb zu etablierten Systemen wie Apple Pay und Google Pay.

Für Kunden bietet Wero eine nahtlose und sichere Option, Geld zu versenden und zu empfangen, eingebettet in ihre vertrauten Banking-Apps. Dies könnte besonders in einer Zeit, in der digitale Zahlungen zunehmend an Bedeutung gewinnen, eine kritische Rolle spielen.

Mit weiteren Updates und der Erweiterung des Teilnehmerkreises könnte Wero sich als feste Größe im europäischen und möglicherweise globalen Zahlungsverkehr etablieren.