14. April, 2024

Wirtschaft

Amazon passt die Strategie bei Supermarkt-Technologie an

Amazon passt die Strategie bei Supermarkt-Technologie an

Der Online-Riese Amazon justiert sein Konzept für das zukunftsträchtige Einkaufserlebnis in seinen stationären Supermärkten neu. Wie Tony Hoggett, ein hoher Verantwortlicher aus den eigenen Reihen, auf der Branchenplattform "The Information" verkündete, wird Amazon in seinen "Amazon Fresh"-Märkten in den Vereinigten Staaten anstatt der bisher angedachten Supermarkt-Technologie stärker auf High-Tech-Einkaufswagen setzen. Kunden scheinen diese Variante auf den größeren Verkaufsflächen zu präferieren und erhoffen sich einen transparenteren Kostenüberblick während ihres Einkaufs.

Diese Umschichtung geht einher mit dem beständigen Amazon-Bemühen, sich als Innovationsführer im stationären Handel zu positionieren und dabei den Komfort für die Kunden zu maximieren. Im Mittelpunkt steht das Versprechen, das Kassiersystem effektiv zu umgehen. Die High-Tech-Einkaufswagen, ausgestattet mit Kameras, zeigen direkt auf einem Display die Preise und den kumulierten Einkaufswert an. Nach dem Einkauf erfolgt eine automatische Abbuchung vom Amazon-Konto – ein Umweg über die Kasse wird überflüssig. Für traditionelle Einkaufserfahrungen bleiben jedoch die herkömmlichen Kassen erhalten.

Die fortschrittliche Technik, mit welcher Produktauswahl automatisch erkannt wird, bleibt weiterhin ein fester Bestandteil der kleineren "Amazon Go"-Läden sowie der "Fresh"-Märkte in Großbritannien. Auch außerhalb des eigenen Markenportfolios ist die Technologie, zu deren Funktionalität zahlreiche Kameras und Sensoren zählen, für andere Einzelhändler verfügbar.

Währenddessen bleibt Whole Foods, die Lebensmittelkette, die Amazon im Jahr 2017 übernahm und sich im höheren Preissegment positioniert, weitgehend von Experimenten verschont. Die "Amazon Fresh"-Geschäfte, deren Anzahl mittlerweile über 40 beträgt, bewegen sich preislich hingegen im üblichen Supermarktsegment.