27. Mai, 2024

Politik

Zweifel an der Integrität des Kronzeugen im Trump-Schweigegeldprozess

Zweifel an der Integrität des Kronzeugen im Trump-Schweigegeldprozess

In einem Wendepunkt des Aufsehen erregenden Schweigegeld-Prozesses gegen Donald Trump regte die Verteidigung Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Hauptzeugen an. Michael Cohen, ehemals Trumps privater Rechtsanwalt, fand sich unter intensivem Kreuzverhör seines früheren Mandanten wieder. Verteidiger Todd Blanche konfrontierte ihn mit früheren Falschaussagen und legte offen, dass Cohen auch unter eidlicher Aussage nicht vor Lügen zurückschreckte. Der Zeuge räumte seine Verfehlungen ein, während im Gerichtssaal anwesende Pressevertreter die Vorwürfe detailliert dokumentierten.

Die Verteidigung nutzte weiterhin Audioaufnahmen aus Cohens Podcast, auf denen dieser Vergeltungsabsichten gegen Trump zum Ausdruck brachte und drastische Wünsche für dessen Zukunft äußerte. Diese Strategie zielte darauf ab, Cohens Charakter zu diskreditieren und seinen Hang zu opportunistischen Lügen zu bekräftigen. Dabei zeigte sich Cohen, anders als in vorherigen Sitzungen, in einer defensiveren Haltung, konnte sein streitbares Auftreten aber nicht völlig ablegen.

Der Prozess, der die juristische Landschaft der USA prägt, steht im Zeichen einer mutmaßlichen Schmiergeldzahlung an Pornodarstellerin Stormy Daniels. Diese sollte im Gegenzug über eine angebliche sexuelle Begegnung mit Trump schweigen und somit von Aussagen absehen, die seine Präsidentschaftskandidatur 2016 hätten gefährden können. Obwohl die Zahlung an sich nicht illegal war, steht der Verdacht im Raum, Trump habe bei der Rückerstattung des Geldes Dokumente zu seinem Vorteil manipuliert und so Wahlkampfmittel unrechtmäßig verwendet.

Trump, der sich zur Prozessdauer schick gekleidet und lebendig zeigte, plädierte auf nicht schuldig. Neben der familiären Unterstützung durch Sohn Eric zeichnete sich auch eine politische Solidarität durch anwesende Republikaner ab.

Da Michael Cohen als letzter Zeuge der Anklage aussagte, blickt der Prozess nun seiner Endphase entgegen. Die Verteidigung wird demnächst eigene Zeugen aufrufen, bevor das Verfahren mit den Schlussplädoyers seinen Höhepunkt findet. Eine Unterbrechung erfolgt anlässlich der Schulabschlussfeier von Trumps Sohn Barron. Anschließend obliegt es der Jury, ein einstimmiges Urteil zu fällen. Richter Juan Merchan wird im Falle einer Verurteilung das Strafmaß festsetzen, das auch zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.