24. Mai, 2024

Politik

Zentrale Zeugenaussage belastet Trump in Schweigegeld-Affäre

Zentrale Zeugenaussage belastet Trump in Schweigegeld-Affäre

Die Aussagen des Kronzeugen Michael Cohen könnten im Strafverfahren gegen den früheren US-Präsidenten Donald Trump den Ausschlag geben. Mit großer medialer Aufmerksamkeit verfolgt, legte Cohen vor Gericht in New York dar, wie Trump ihn angewiesen habe, Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels vorzunehmen und dafür eine Erstattung zu garantieren. Diese Handlung fand kurz vor der Präsidentschaftswahl 2016 statt und steht nun im Fokus der Anklage, die versucht, Trumps Beteiligung an illegaler Wahlkampffinanzierung nachzuweisen.

Der Fokus des Prozesses liegt darauf, Trumps Vorgehen als bewussten Versuch zu interpretieren, seine Wahlkampfchancen durch Verheimlichung der Zahlung zu verbessern. Diese konnte zwar selbst nicht als illegal klassifiziert werden, aber die Staatsanwaltschaft wirft Trump vor, in der Erstattung an Cohen Unterlagen manipuliert zu haben, was einer unrechtmäßigen Wahlkampffinanzierung gleichkäme.

Um Cohen, dessen Glaubwürdigkeit wegen früheren Lügen unter Beschuss steht, zu stützen, präsentierte Staatsanwältin Susan Hoffinger umfangreiches Beweismaterial. E-Mails und andere Dokumente sollen zeigen, dass Trump in den Prozess der Zahlungen eingeweiht war und diesen aktiv steuerte. Der frühere Präsident, der auf nicht schuldig plädiert hat und eine mögliche Kandidatur im November anstrebt, wirkte während der Verhandlung unbeteiligt, auch wenn eine seltene Regung seine sonst stoische Haltung durchbrach.

Cohen, der sich bereits in der Vergangenheit des Meineids schuldig bekannt hatte, gab weiterhin Einblick in seine Tätigkeit als Trumps rechtlicher Problemlöser. Insbesondere ging es darum, wie er vor 2016 systematisch negative Berichterstattung unterdrückte und gleichzeitig im "National Enquirer" positive Stories über Trump forcierte. Der ehemalige Herausgeber David Pecker bestätigte dieses Vorgehen in einem eigenen früheren Zeugnis.

Der Prozess, der sich über Wochen erstrecken könnte, markiert das erste Strafverfahren gegen einen Ex-Präsidenten in der US-Geschichte. Die Verhandlung findet nicht nur vor der Kulisse der anstehenden Wahlen statt, sondern leitet auch eine mögliche Veränderung im Umgang mit ehemaligen Amtsträgern ein. Nach Abschluss der Staatsanwaltschaft wird die Verteidigung ihre Entlastungszeugen aufbieten, bevor es zu den Schlussvorträgen kommt. Die Entscheidung der Geschworenen und das mögliche Strafmaß könnten Weichen für die Zukunft stellen.