13. April, 2024

Politik

Warnung vor Rechtsextremismus als Wohlstandsrisiko

Warnung vor Rechtsextremismus als Wohlstandsrisiko

In einem unmissverständlichen Appell hat Bundesbankpräsident Joachim Nagel die Gefahren des zunehmenden Rechtsextremismus für die deutsche Wirtschaft hervorgehoben. Er betonte, dass diese Entwicklung nicht nur gesellschaftlich, sondern auch wirtschaftlich bedenklich ist und potenzielle Investoren sowie qualifizierte Fachkräfte abschrecken könne. Die aktuelle Bedrohungslage veranlasste Nagel kürzlich sogar dazu, an einer Pro-Demokratie-Kundgebung teilzunehmen – ein Novum in seinem Leben.

In seiner Ansprache an die Medien rief Nagel dazu auf, die wirtschaftliche Situation in Deutschland realistisch zu betrachten und mahnte die Wirtschaftsverbände, vor einer übertrieben negativen Darstellung der Lage zu warnen. Trotz der Herausforderungen – insbesondere der Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die exportorientierte deutsche Wirtschaft – hob er die Resilienz des Arbeitsmarktes und die nahezu erreichte Vollbeschäftigung hervor.

Des Weiteren nahm Nagel Stellung zu wirtschaftspolitischen Initiativen und forderte mehr Ambition bei der Umsetzung von Steuersenkungen und dem Abbau von Bürokratie. Er kritisierte die im Wachstumschancengesetz verankerten geringeren Steuerentlastungen, welche durch den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat von sieben Milliarden Euro auf 3,2 Milliarden Euro pro Jahr reduziert worden waren. Dennoch sei es nun entscheidend, das verabschiedete Gesetz auch in die Tat umzusetzen.

Dieser Beitrag bettet wirtschaftliche Themen in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext ein und zeigt die Verantwortung von Wirtschaftsführern, nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Entwicklungen im Blick zu haben.