22. August, 2026

Märkte

Verunsicherung an den Märkten: Euro gibt nach

Verunsicherung an den Märkten: Euro gibt nach

Der Euro musste am Donnerstag im späten US-Handel erheblich an Wert einbüßen. Rund eine Stunde vor Handelsende an der Wall Street kostete die Gemeinschaftswährung nur noch 1,0740 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs in Frankfurt am Nachmittag auf 1,0784 Dollar festgelegt, nachdem dieser am Mittwoch noch bei 1,0765 Dollar notiert hatte. Damit belief sich der Dollar-Wert auf 0,9272 Euro, was einem leichten Rückgang gegenüber den vorherigen 0,9289 Euro entspricht.

Auch die europäischen Anleihemärkte reagierten empfindlich auf die jüngsten Umfrageergebnisse im Vorfeld der anstehenden Parlamentswahlen in Frankreich, die Unsicherheit verbreiten. Demzufolge erfährt der französische Präsident Emmanuel Macron aktuell die geringste Zustimmung seit Ende 2018, was die Marktstimmung zusätzlich belastet.

Auch die am Nachmittag veröffentlichten US-Wirtschaftsdaten konnten den Kursverfall des Euro nur kurzfristig aufhalten. So stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker als erwartet, was tendenziell die Lohnentwicklung bremst und der US-Notenbank Fed im Kampf gegen die Inflation zugutekommt. Des Weiteren fielen die Erzeugerpreise im Mai im Jahresvergleich weniger stark aus als prognostiziert, was ebenfalls positiv auf die Inflationsentwicklung wirken könnte.

Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch lediglich eine Leitzinssenkung für das laufende Jahr in Aussicht gestellt, nachdem im März noch drei Zinssenkungen erwartet worden waren. Trotz einer leicht gesunkenen Inflationsrate im Mai blieb die Fed bei ihrer Einschätzung, was Fed-Chef Jerome Powell als ermutigend bezeichnete. Er betonte jedoch die Notwendigkeit für weitere positive Daten. Zinssenkungen neigen dazu, den Wert einer Währung zu schwächen.