19. April, 2024

Politik

Verstärkte Luftabwehr in Israel nach iranischen Drohungen

Verstärkte Luftabwehr in Israel nach iranischen Drohungen

In Reaktion auf ernste Bedrohungen aus dem Iran plant Israel eine signifikante Verstärkung seiner Luftabwehrkapazitäten. Nach einer umfassenden Einschätzung der Sicherheitslage gab das israelische Militär bekannt, zusätzliche Truppen zu mobilisieren und Reservisten der Raketenabwehr zu aktivieren. Während offizielle Stellen die Begründung für diese Maßnahme nicht detailliert ausführten, verweisen israelische Medienberichte auf jüngste angedrohte Vergeltungsakte aus Teheran. Dies folgt auf einen Luftangriff, der mutmaßlich von Israel auf ein Gebäude der iranischen Botschaft in Syrien durchgeführt wurde. Der iranische Präsident Ebrahim Raisi hatte daraufhin angekündigt, dass dieser Akt 'nicht unbeantwortet bleiben' werde. Ebenso äußerte sich das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei vergeltungsbereit.

In dem besagten Angriff kamen zwei Brigadegeneräle und fünf weitere Mitglieder der iranischen Revolutionswächter, die als Eliteeinheit des Landes gelten, ums Leben. Ebenso verzeichnete man den Tod von sechs syrischen Bürgerinnen und Bürgern. Das iranische Außenministerium verdächtigt Israel als Drahtzieher des Angriffs, eine Einschätzung, die auch von der US-Regierung geteilt wird. Israel selbst enthielt sich bisher jeglicher Kommentierung zu den Vorfällen.

Die Vereinigten Staaten wiederum zeigen sich nach einem weiteren Vorfall, bei dem Helfer der Organisation World Central Kitchen im Gazastreifen durch einen israelischen Luftangriff getötet wurden, sichtlich frustriert. John Kirby, Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, vermittelte die Enttäuschung und Frustration von US-Präsident Joe Biden und betonte, dass es sich nicht um ein isoliertes Ereignis handele. Die israelische Seite räumte ein Versehen ein, während die USA trotz des tragischen Ereignisses Unterstützung für Israels Selbstverteidigungsrecht bekundeten.

Parallel dazu äußerte sich das US-Außenministerium mit Sprecher Matthew Miller zu Plänen für einen temporären Hafen vor Gaza, an denen festgehalten werde, um Hilfsgüter per Schiff zu liefern. Nach Überführung der Opfer des Angriffs nach Ägypten betonte Miller die anhaltende Unterstützung der USA für eine Zweistaatenlösung mittels direkter Verhandlungen, nicht über die UN. Die aktuellen Bemühungen der Palästinenser um eine UN-Vollmitgliedschaft begegnen jedoch Skepsis der Vereinigten Staaten.

Zuhause steht Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wegen seiner Regierungsführung und des Vorgehens im Gazastreifen in der Kritik. Massenproteste und der Aufruf des früheren Verteidigungsministers Benny Gantz zu Neuwahlen verstärken den Druck auf Netanjahu, dessen Likud-Partei jedoch gegen eine vorgezogene Wahl ist und an den Kriegszielen festhalten möchte.