US-Staatsanleihen haben am Dienstag ihre frühen Kursgewinne weiter ausgebaut. Der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen, der sogenannte T-Note-Future, verzeichnete einen Anstieg von 0,43 Prozent und erreichte 109,56 Punkte. Dies führte zu einem Rückgang der Rendite zehnjähriger Staatspapiere auf 4,396 Prozent.
Die politischen Unruhen in Europa, insbesondere in Frankreich, trugen wesentlich zu dieser Entwicklung bei. Französische Staatsanleihen gerieten am zweiten Tag in Folge unter Druck, nachdem Präsident Emmanuel Macron vorgezogene Neuwahlen für die Nationalversammlung angekündigt hatte. Diese Entscheidung folgte auf enttäuschende Ergebnisse seiner Partei bei der Europa-Wahl. Viele Analysten befürchten nun einen Wahlsieg der rechten Parteien und die daraus resultierende politische Kohabitation zwischen Präsident und Regierung.
Unterdessen begann in den USA die zweitägige Sitzung der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed). An den Märkten wird erwartet, dass die Leitzinsen am Mittwoch unverändert bleiben. Angesichts der anhaltenden Inflation rücken rasche Zinssenkungen in weite Ferne, obwohl zu Beginn des Jahres bis zu sechs Reduzierungen erwartet wurden. Spannend bleiben letztlich die neuen Prognosen der Fed zum weiteren Zinsverlauf. Momentan preisen die Märkte ein bis zwei Zinssenkungen bis Jahresende ein.