In einem Umfeld, das weiterhin von Inflationsgeschehnissen dominiert wird, zeigten US-Staatsanleihen am Freitag eine spürbare Stärke. Der Terminkontrakt für die zehnjährigen Papiere, die im Handel als T-Note-Future bekannt sind, erfuhr eine Zunahme um 0,20 Prozent auf 107,58 Punkte. In dieser Bewegung spiegelte sich eine rückläufige Tendenz der Renditen wider, die für Papiere gleicher Laufzeit auf nunmehr 4,67 Prozent absanken.
Die neuesten Signale bezüglich der Preisentwicklung boten den Renditen keinen Aufschwung. Der Preisauftrieb im März, erfasst durch den Preisindex PCE, übertroffen die Erwartungen leicht. Mit einer Jahresrate von 2,7 Prozent lag der Index leicht über der von Analysten prognostizierten Marke von 2,6 Prozent. Ohne die volatilen Komponenten Energie und Nahrungsmittel zeichnet sich eine Kernrate von 2,8 Prozent ab. Der PCE-Index steht im Fokus der Fed, da er als bevorzugter Indikator für die Preisentwicklung gilt.
Ein weiteres beachtenswertes Indiz ist der Anstieg der Inflationserwartungen unter US-Verbrauchern. Die von der Universität von Michigan erhobenen Werte deuten darauf hin, dass die Konsumenten im aufkommenden Jahr mit einer Inflationsrate von 3,2 Prozent rechnen, im Vergleich zu 2,9 Prozent im Vormonat.
Obwohl die Inflation in den Vereinigten Staaten einen leichten Abwärtstrend erlebt, bleibt sie hartnäckig. Daraus resultiert eine behutsame Haltung der US-Notenbank (Fed), die darauf hindeutet, dass sie eine straffere Geldpolitik nicht überstürzt lockern wird. Marktteilnehmer stellen sich nach aktuellem Stand auf eine mögliche Zinssenkung frühestens im Spätsommer ein.