Der Energiekonzern Uniper hat auf einer virtuellen außerordentlichen Hauptversammlung die erforderlichen Kapitalmaßnahmen beschlossen, um ab 2024 theoretisch wieder Dividenden ausschütten zu können. Im Rahmen dieser Maßnahmen wird das Eigenkapital umstrukturiert und Aktien werden zusammengelegt.
Durch die Umstrukturierung des Eigenkapitals wird der zum Jahresende 2022 festgestellte Milliarden-Bilanzverlust bis zum Jahresende 2023 vollständig ausgeglichen sein. Uniper teilte mit, dass damit grundsätzlich die Dividendenfähigkeit wiederhergestellt werde.
"Wir schaffen auf diese Weise eine Handlungsoption für die deutsche Bundesregierung, durch die sie ihre Uniper-Aktien künftig wieder veräußern kann", sagte Vorstandschef Michael D. Lewis. Ziel sei es, das Unternehmen durch die Wiederherstellung der Ausschüttungsfähigkeit attraktiver für potenzielle Investoren zu machen.
Der beinahe vollständig verstaatlichte Energiekonzern soll wieder privatisiert werden, da die EU Deutschland dazu verpflichtet hat, ihren Anteil an Uniper bis Ende 2028 auf 25 Prozent plus eine Aktie zu reduzieren.
Laut Lewis dienen die Maßnahmen dazu, Uniper nach den turbulenten letzten zwei Jahren wieder bilanziell aufzustellen. "Wir stehen wieder auf gesunden Füßen und können heute nach vorne blicken."
Uniper ist Deutschlands größter Gashändler und Gasspeicherbetreiber und beliefert Privatkunden außer bei Fernwärme nicht. Gemäß einer Prognose vom 24. Oktober erwartet das Unternehmen für das laufende Jahr einen Reingewinn von vier bis fünf Milliarden Euro.
Nachdem Russland im letzten Jahr die Gaslieferungen reduzierte und schließlich einstellte, geriet Uniper aufgrund hoher Ersatzbeschaffungskosten in finanzielle Schwierigkeiten. Der deutsche Staat schnürte daraufhin ein milliardenschweres Stabilisierungspaket, von dem Uniper 13,5 Milliarden Euro in Anspruch nahm. Seitdem hält der Bund über 99 Prozent der Anteile.