15. Juli, 2024

Politik

Ukraine intensiviert Drohnenstrategie im Kriegsgeschehen

Ukraine intensiviert Drohnenstrategie im Kriegsgeschehen

Die Ukraine verstärkt ihre Kriegsführung durch den verstärkten Einsatz von Drohnen. In einer kürzlich abgehaltenen Versammlung der Stawka, der obersten Militärführung, wurden richtungsweisende Entscheidungen hinsichtlich der Produktion und des Einsatzes dieser Flugkörper getroffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj erläuterte in seiner abendlichen Videoansprache, dass verschiedene Faktoren in die Entscheidung eingeflossen seien, von der Beliebtheit bestimmter Modelle bei den Truppen bis hin zur Einführung von Langstreckendrohnen.

In den Konsultationen mit Vize-Oberbefehlshaber Wadim Sucharewskyj, dem stellvertretenden Regierungschef Mychajlo Fedorow sowie Luftwaffenkommandeur Mykola Oleschtschuk wurde eine prägnante Marschrichtung festgelegt. Selenskyj behielt die genauen Details für sich, deutete jedoch an, dass die Wirkung dieser Beschlüsse an der Front erst noch sichtbar werden würde.

Schon seit geraumer Zeit gibt es im ukrainischen Militär eine spezielle Einheit für Drohnen, die sowohl in der Produktion als auch im Einsatz signifikant ausgebaut wurde. Besonders Langstreckendrohnen stellen eine maßgebliche Fähigkeit dar, Ziele tief innerhalb des russischen Staatsgebiets zu erreichen. Eine kürzlich von HUR durchgeführte Drohnenoperation traf eine Schießpulverfabrik nahe Tambow, dessen volle Auswirkungen noch unklar bleiben. Auf russischer Seite gibt es hierzu bisher keine Stellungnahme.

Unterdessen dauern die intensiven Kampfhandlungen rund um Pokrowsk in der Region Donezk an. Russische Einheiten versuchen weiterhin, die ukrainischen Verteidigungsstellungen zu durchbrechen. Laut Generalstab in Kiew konnten diese Angriffe unter erheblichen russischen Verlusten abgewehrt werden, jedoch fehlen unabhängige Bestätigungen dieser Berichte.

Die Hafenstadt Odessa wurde am Abend durch eine russische Rakete getroffen, die im Hafenbereich einschlug. Laut Bürgermeister Hennadij Truchanow forderte der Angriff mindestens ein Menschenleben und verletzte sieben weitere.

Obwohl die russischen Streitkräfte hohe Verluste in der Ukraine verzeichnen, betont der Vize-Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, dass es keinen Personalmangel gebe. Allein dieses Jahr seien 190.000 Freiwillige und Zeitsoldaten rekrutiert worden.

Parallel dazu gibt es Spekulationen über einen geplanten Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban in Moskau, nachdem er kürzlich Kiew besucht hatte. Polnische und ungarische Medien werfen diesbezüglich Fragen auf. Orban wird jedoch in den kommenden Tagen bei einem Treffen der Turkvölker-Staaten in Bergkarabach erwartet, was die Gerüchte in Frage stellt.

EU-Ratspräsident Charles Michel betonte, dass Diskussionen über die Ukraine ohne Ukraine selbst nicht stattfinden dürften. Orban hatte sich während seines Besuchs in Kiew für eine Waffenruhe ausgesprochen, was sowohl von Selenskyj als auch später von Kremlchef Wladimir Putin entschieden abgelehnt wurde.