Die südkoreanische Internetbranche blickt gebannt auf einen wegweisenden Prozess: Brian Kim, Gründer der dominanten sozialen Plattform Kakao, wurde von Staatsanwälten wegen angeblicher Marktmanipulation formell angeklagt. Die Vorwürfe beziehen sich auf den Übernahmekampf um SM Entertainment, während dem Kim versucht haben soll, den Aktienkurs von SM geschickt zu beeinflussen, um ein konkurrierendes Angebot der BTS-Agentur Hybe zu übersteigen.
Der Milliardär, der einst als Innovator gefeiert wurde, wurde im Juli verhaftet. Dieser Fall rückt ihn in den Fokus als der prominenteste Tech-Manager hinter Gittern seit der Anklage gegen Jay Y. Lee von Samsung Electronics.
Die Konsequenzen dieses Falls könnten ein Imperium im Wert von 25 Milliarden Dollar erschüttern, das von Musik über Shopping bis hin zu Ride-Hailing reicht. Anstatt seine Marktstellung zu festigen, sieht sich Kakao nun rechtlichen Prüfungen ausgesetzt, was Fragen über die Zukunft der aufstrebenden Innovatoren aufwirft.
Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft bestätigte die Berichte, während Kakao sich zu den Anklagen bisher nicht äußern wollte. Brian Kim, der alle Vorwürfe bestreitet, sah seinen Reichtum von 14,4 Milliarden Dollar auf 3,4 Milliarden Dollar schrumpfen.
Mehr als nur ein persönlicher Fall, spiegelt Kims Situation eine veränderte Stimmung in Südkorea wider. Er und andere Entrepreneur wie Bom Kim von Coupang wurden einst als nationale Helden gefeiert. Doch mit ihrem wachsenden Einfluss wuchsen auch die Sorgen der Regierung. Insbesondere ein großflächiger Serverausfall 2022 verdeutlichte, wie unabdingbar Kakao für den Alltag der Südkoreaner geworden war.
Dabei wird immer deutlicher, dass die revolutionären Geschäftsmodelle der neuen Internetfirmen alteingesessene Branchen wie Banking, Einzelhandel und Unterhaltung mächtig herausfordern.