19. Mai, 2024

Politik

Steuerliches Manöver von Donald Trump in Prüfung durch IRS

Steuerliches Manöver von Donald Trump in Prüfung durch IRS

Das erhöhte Augenmerk des Internal Revenue Service (IRS) auf steuerliche Praktiken hochvermögender Personen hat Donald J. Trump, den ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, ins Visier genommen. In einer gemeinsamen Recherche von The New York Times und ProPublica wurde beleuchtet, wie Trump möglicherweise unrechtmäßig Steuervorteile aus seinem finanziell angeschlagenen Chicagoer Turm gezogen hat. Nach langwierigen steuerlichen Prüfungen könnte Trump nun eine Steuerlast von über 100 Millionen Dollar drohen.

Das prestigeträchtige, am Chicago River gelegene Gebäude, das seines Zeichens 92 Stockwerke zählt, ist Trumps bisher höchste und möglicherweise letzte große Bauleistung. Zugleich erwies es sich als drastischer finanzieller Fehlschlag, nicht zuletzt aufgrund des schlechten Timings seiner Fertigstellung während der Großen Rezession. Trump versuchte, die Verluste steuerlich geltend zu machen, doch nach Auffassung der IRS übertrieb er dabei und schrieb Verluste gleich doppelt ab.

Die erste Verlustabschreibung erfolgte in Trumps Steuererklärung für das Jahr 2008. Angesichts weit hinter den Erwartungen zurückbleibender Verkäufe klassifizierte er seine Investition in den Turm – der zu diesem Zeitpunkt hoch verschuldet war – als "wertlos" gemäß der Steuergesetzgebung, was zu einer Verlustangabe von bis zu 651 Millionen Dollar führte. Diese Zahl ergab sich aus den von The Times und ProPublica gewonnenen Informationen.

Bemerkenswerterweise gab es vonseiten der IRS anfangs keine Einsprüche gegen diese Behauptung, sehr zur Überraschung der für diesen Artikel konsultierten Steuerexperten. 2010 jedoch führte Trump eine Aktion durch, die das Augenmerk des IRS auf sich zog und die folgenden Jahre prüfen ließ. Indem er das Besitzunternehmen des Turms in eine neue Partnerschaft überführte – eine Bewegung, vergleichbar mit dem Wechseln von Münzen von einer Tasche in die andere, da Trump beide Unternehmen kontrollierte – rechtfertigte er zusätzlich 168 Millionen Dollar an Verlusten für die folgenden Jahre.

Während seiner Amtszeit als Präsident initiierte das IRS eine hochrangige rechtliche Prüfung des Falls. Unter Hinzuziehung von Steuerexperten errechneten The Times und ProPublica, dass die Korrekturen, welche das IRS vornehmen möchte, eine neue Steuerforderung in Höhe von über 100 Millionen Dollar, zuzüglich Zinsen und möglichen Strafen, zur Folge haben könnten.