Die Rohstoffmärkte zeigen sich am Mittwochmorgen unbeeindruckt von geringen Preisschwankungen im Energiesektor. Ein Fass der qualitativ hochstehenden Nordseesorte Brent verharrt zur Lieferung im Juni bei einem Preis von 89,43 US-Dollar, ein Niveau, das den Beobachtern der letzten Tage vertraut ist. Auch das amerikanische Pendant, das West Texas Intermediate, notiert mit einem minimalen Aufwärtstrend und steht für Mai-Lieferungen bei 85,27 Dollar je Barrel.
Trotz der scheinbaren Ruhe liegt eine gewisse Anspannung in der Luft, denn die Ölpreise balancieren weiterhin knapp unter ihren Spitzenniveaus, die zuletzt im Oktober registriert wurden. Die treibende Kraft hinter diesen feinen, aber signifikanten Preisschwankungen sind vornehmlich geopolitische Konfliktherde. Die Unruhen im Osten Europas sowie die andauernden Spannungen im Nahen Osten, besonders im Gazastreifen, lassen die Risikoprämien der Marktteilnehmer klettern.
Des Weiteren halten Hauptakteure der Ölindustrie wie Saudi-Arabien und das energiereiche Russland die Produktionsflut bewusst in Grenzen, was den Markt weiterhin in Atem hält. Im Fokus der nächsten Stunden stehen die vom US-Energieministerium veröffentlichten Zahlen zu den nationalen Ölvorräten. Ein erheblicher Anstieg wurde bereits vom Branchenverband American Petroleum Institute annonciert. Da die API-Werte oftmals als Vorboten für die offiziellen Regierungsdaten gelten, warten Experten und Investoren gleichermaßen gespannt auf die Verlautbarungen, die auch diesmal voraussichtlich den Takt für die Ölpreise vorgeben werden.