04. Juli, 2026

Technologie

SpaceX: Startschuss für Satelliten-Direktverbindung von Mobiltelefonen

SpaceX: Startschuss für Satelliten-Direktverbindung von Mobiltelefonen

Elon Musk's Raumfahrtunternehmen SpaceX verleiht seinem ehrgeizigen Starlink-Programm eine neue Dimension: Mobiltelefonanrufe über Satelliten. Neben der Vision, durch die Bereitstellung von Satelliteninternet globale Verbindungen zu schaffen und die Marskolonisation zu finanzieren, ergreift SpaceX nun auch die Möglichkeit, klassische Handynetze zu revolutionieren.

Unter der Bezeichnung "Starlink Direct to Cell" plant SpaceX, bestehende Mobiltelefone mit Satelliten zu vernetzen und damit Telefonate auch in abgelegenen Regionen ohne Netzabdeckung zu ermöglichen. Diese geplante Dienstleistung soll bereits im dritten Quartal 2024 mit SMS-Nachrichten starten und 2025 um Sprach- und Datendienste erweitert werden.

In einem Schreiben an die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) gab SpaceX bekannt, dass man in Kooperation mit T-Mobile US an einer Technologie arbeitet, die sogenannte "Mobilfunk-Totzonen" schließt. Bisher hat SpaceX bereits 130 Starlink-Satelliten mit dieser neuen Funktionalität ins All gebracht und plant weitere Starts.

Doch diese Innovation trifft nicht auf ungeteilte Zustimmung. Wettbewerber aus der Telekommunikationsbranche äußern Bedenken hinsichtlich möglicher Signalstörungen. SpaceX hat deshalb die FCC um eine Ausnahmegenehmigung gebeten und angeboten, Notrufe über das neue System kostenlos abzuwickeln.

Jedoch ist das Konzept der direkten Satellitenkommunikation kein Novum. Unternehmen wie Globalstar und AST SpaceMobile haben bereits ähnliche Projekte gestartet. AST hat jüngst Partnerschaften mit AT&T und Verizon Communications geschlossen und plant kommerzielle Dienste über die BlueWalker-Satelliten, die noch in diesem Monat starten sollen. Globalstar erhielt kürzlich ebenfalls eine Lizenzverlängerung um 15 Jahre sowie die Genehmigung für den Start von 17 neuen Kommunikation-Satelliten.

Obwohl diese Unternehmen bislang führend im Bereich der satellitengestützten Telekommunikation sind, könnte SpaceX mit seinem riesigen Satellitennetzwerk und seiner finanziellen Schlagkraft die Marktführung an sich reißen. Mit über 6.000 Starlink-Satelliten im Orbit und einem erwarteten Umsatz von bis zu 6,8 Milliarden US-Dollar allein durch den Breitband-Internetzugang bietet SpaceX eine robustere Infrastruktur als seine Konkurrenten.

Investoren in Globalstar und AST SpaceMobile sollten die ambitionierten Pläne von SpaceX nicht unterschätzen. Mit einem umfassenden Portfolio und kontinuierlichen Innovationen wird SpaceX voraussichtlich auch in diesem Marktsegment erfolgreich Fuß fassen.