23. August, 2026

Märkte

Schwierige Marktbedingungen zügeln Siltronic zu Jahresbeginn

Schwierige Marktbedingungen zügeln Siltronic zu Jahresbeginn

Die vorherrschenden Herausforderungen im Markt für Halbleiterwafer zeigen ihre Wirkung auf Siltronic, die angesichts sinkender Nachfrage und hohen Lagerbeständen ihrer Kunden einen Dämpfer im ersten Quartal hinnehmen mussten. Der Münchner Konzern berichtet von einem Umsatzrückgang von 15 Prozent auf 343,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Trotz des eingetrübten Geschäfts konnte sich das Unternehmen eine operative Gewinnmarge von 26,4 Prozent sichern, die jedoch im absoluten Vergleich um 27,5 Prozent auf 90,8 Millionen Euro fiel. Die Wacker Chemie Beteiligung verzeichnet unterdessen einen deutlich gesunkenen Reingewinn von 27,7 Millionen Euro, verglichen mit 72,5 Millionen Euro im Vorjahr.

Trotz der Einbußen stufte der Analyst Constantin Hesse vom Investmenthaus Jefferies den Jahresstart von Siltronic als gelungen ein, besonders angesichts eines überraschenden Anstiegs des Nettogewinns, der möglicherweise durch die Verschiebung von Abschreibungen für die neue Wafer-Fabrik in Singapur bedingt ist.

Die Verschiebung von Abschreibungen, eine direkte Folge der verzögerten Inbetriebnahme der Anlagen durch Kunden, scheint das operative Ergebnis des Unternehmens positiv beeinflusst zu haben. Laut den neuesten Aussagen des Konzerns befinden sich Kundenqualifikationen, und somit der Start umfangreicher Abschreibungen, in der Verzögerung und werden wohl erst in das letzte Quartal fallen.

Angesichts der schwelenden Nachfrage und eines antizipierten Umsatzrückgangs von etwa zehn Prozent für das Jahr 2024, passt Siltronic seine Prognosen an, die nun eine Ebitda-Marge von 21 bis 25 Prozent vorsehen. Eine frühere Prognose hatte noch Einnahmen und eine operative Marge ähnlich denen des Vorjahres vorhergesagt, allerdings bereits mit dem Vorbehalt möglicher Einbußen durch eine neue Produktionsstätte.

Bedenken hinsichtlich der Kapitalsituation des MDax-Konzerns waren nach der angepassten Geschäftsaussicht aufgekommen, doch Finanzchefin Claudia Schmitt gab Entwarnung und bestätigte, dass für das laufende Jahr keine Kapitalerhöhung vorgesehen sei.

Die Aktien von Siltronic mussten zwischenzeitlich einen leichten Rückgang um fast ein Prozent auf 72,45 Euro hinnehmen, nachdem sie vor den Anpassungen der Geschäftserwartungen noch bei etwa 79 Euro gehandelt wurden.