Intel, ein Pionier der Halbleiterindustrie, plant einen drastischen Personalabbau zur Kostenreduktion. CEO Pat Gelsinger informierte die Belegschaft, dass weltweit rund 15.000 Arbeitsplätze – etwa 15 Prozent der Gesamtbelegschaft – gestrichen werden sollen. Ziel des Konzerns ist es, bis zum nächsten Jahr Einsparungen von über zehn Milliarden Dollar zu realisieren.
Die Nachricht ließ den Aktienkurs an der Wall Street dramatisch einbrechen. Die Intel-Aktie verlor zeitweise fast 30 Prozent an Wert und sank auf 20,51 Dollar. Dies markierte ihren tiefsten Stand seit 2012 und den schlimmsten Einbruch seit über vier Jahrzehnten. Im laufenden Jahr hat die Aktie mittlerweile knapp 60 Prozent ihres Wertes eingebüßt.
Für die geplante Chip-Fabrik in Magdeburg könnten dies besorgniserregende Neuigkeiten sein. Zwar betonte Gelsinger, dass die Strategie 'IDM 2.0' – der Ausbau der Fertigungskapazitäten – bestehen bleibe, jedoch nannte er keine konkreten Investitionsvorhaben in Deutschland, Frankreich oder Italien. Trotzdem zeigte sich die Landesregierung von Magdeburg zuversichtlich, dass die Pläne für den Standort unverändert bleiben.
Der geplante Stellenabbau könnte laut Unternehmensangaben sogar die angekündigten 15 Prozent übersteigen. Intel hat insgesamt 116.500 Mitarbeiter, inklusive der Tochterfirmen sogar gut 125.000. Das Unternehmen beabsichtigt, verstärkt als Auftragsfertiger für andere Chip-Entwickler aufzutreten, um gegen Konkurrenten wie TSMC aus Taiwan wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu zählt auch der Bau eines hochmodernen Werks in Magdeburg, das rund 30 Milliarden Euro kosten soll. Der Produktionsbeginn ist für das Jahr 2027 geplant.
Gelsinger machte klar, dass Intel verstärkt darauf achten werde, Investitionen an die Marktnachfrage anzupassen. Das Unternehmen will auch in den USA neue Fabriken errichten und dafür milliardenschwere Fördergelder einwerben. Intel plant jedoch, seine Investitionsausgaben um 20 Prozent zu reduzieren und vorerst keine Dividende ab dem vierten Quartal auszuzahlen.
Die einst dominierende Stellung Intels in der Chip-Branche hat stark gelitten. Nach dem verlorenen Rennen um die Prozessoren für Smartphones, setzte nun auch Apple bei seiner Mac-Modellpalette auf Chips mit der Arm-Architektur. Selbst Microsoft setzt bei neuen Windows-PCs zunächst auf Qualcomm-Chips mit Arm-Architektur, bevor Intel-Prozessoren nachfolgen sollen.
Gleichzeitig konnte Konkurrent Nvidia mit Chips für Künstliche Intelligenz enormen Marktwertsteigerung erzielen. An der Börse spiegelt sich dies wider: Der Wert von Nvidia stieg um rund 600 Prozent auf 2,5 Billionen Dollar, während Intel um mehr als ein Fünftel auf 90 Milliarden Dollar gefallen ist.
Gelsinger zeigte sich in der internen Mail besorgt über die 'nicht wettbewerbsfähige' Kostenstruktur des Unternehmens. Die Kosten seien zu hoch, die Margen zu niedrig. Mit einem Verlust von 1,6 Milliarden Dollar im letzten Quartal verzeichnete Intel erneut einen Einbruch, der Umsatz sank um ein Prozent auf 12,8 Milliarden Dollar und verfehlte die Erwartungen der Analysten. Gelsinger nannte die für das zweite Halbjahr erwartete Geschäftsentwicklung herausfordernd und enttäuschend.