23. August, 2026

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Rio Tinto plant aggressives Wachstum im Lithium-Sektor

Rio Tinto plant aggressives Wachstum im Lithium-Sektor

Der Bergbauriese Rio Tinto hat angekündigt, im Lithium-Markt aggressiv zu wachsen. CEO Jakob Strausholm skizzierte die Strategie des milliardenschweren Unternehmens, mit dem Kauf von Vorkommen und attraktiven Projekten im Lithium-Sektor in Konkurrenz zu den Platzhirschen Albemarle und SQM zu treten. Besonders im Lithium-Dreieck zwischen Bolivien, Argentinien und Chile bieten sich dem Unternehmen Chancen, da dort die größten Lithium-Reserven der Welt liegen.

Bisher war Rio Tinto im Lithium-Sektor eher ein Beobachter und kein aktiver Teilnehmer, zumindest was die finanzielle Stärke des Konzerns betrifft. Im vergangenen Jahr kaufte das Unternehmen das Rincon Lithium-Projekt in Argentinien für 825 Millionen US-Dollar von Rincon Mining. Seitdem ist es jedoch ruhig um die Engländer im Lithium-Business geworden, obwohl das Management immer wieder betonte, dass man in diesem Bereich expandieren möchte.

CEO Jakob Stausholm hat nun die künftige Strategie des Unternehmens skizziert. Rio Tinto will demnach nicht unbedingt milliardenschwere Übernahmen tätigen, wie es Albemarle und SQM zuletzt versuchten. Stattdessen möchte man, ähnlich wie beim Rincon-Projekt, attraktive Vorkommen kaufen und selbst entwickeln. Stausholm schloss teure Übernahmen von Produzenten aus.

Dennoch wird Rio Tinto wahrscheinlich nach Unternehmen Ausschau halten, die attraktive, aber noch unentwickelte Vorkommen besitzen. Die Übernahme des Rincon-Projekts soll hier als Beispiel dienen. Es handelt sich dabei um ein großes, noch weitgehend unentwickeltes Brine-Projekt in Argentinien, das Rio Tinto im stark wachsenden Lithium-Markt positionieren soll. Laut Stausholm wird die Nachfrage nach Lithium durch die Batterie- und Elektroautoindustrie jedes Jahr zweistellig wachsen, ähnlich wie in den vergangenen Jahren. Der Manager schätzt, dass der Markt im Jahr 2030 etwa zehnmal so groß sein wird wie im Jahr 2020.

Mit dieser Wachstumsstrategie könnte Rio Tinto in den Wettbewerb mit Albemarle treten, dem aktuellen Weltmarktführer, der kürzlich mit mehreren Übernahmeangeboten für die australische Liontown Resources scheiterte. Stattdessen plant Albemarle nun, sich anderen Märkten zuzuwenden, darunter auch das Lithium-Dreieck zwischen Chile, Bolivien und Argentinien. Dort sind beide Konzerne bereits aktiv.

In dieser Region gibt es zahlreiche Vorkommen, die in Zukunft das Interesse großer Konzerne wecken könnten. Dazu gehören auch die Projekte von CleanTech Lithium, einem britisch-chilenischen Entwickler von nachhaltigen Lithium-Projekten in Chile. Das Unternehmen wird Anfang nächsten Jahres die Vormachbarkeitsstudie für sein fortschrittlichstes Projekt Laguna Verde vorlegen, die als Grundlage für die Finanzierung und den Bau der Mine dient. Es ist anzunehmen, dass auch CleanTech Lithium ins Visier größerer Konzerne geraten könnte.

Grundsätzlich strebt das Management von CleanTech Lithium jedoch an, selbst strategische Partner zu finden und Abnahmevereinbarungen für sein Lithium abzuschließen. Das ist üblich in der Branche. Die aktuellen Produktionsprognosen des Unternehmens für Laguna Verde liegen bei etwa 20.000 Tonnen Lithiumkarbonat (LCE), wobei die Produktionskosten auf unter 4.000 US-Dollar pro Tonne LCE geschätzt werden. Derzeit wird der Spotmarktpreis auf etwa 20.000 US-Dollar gehandelt. Analysten von Fox-Davies Capital sehen eine erhebliche Unterbewertung der CleanTech Lithium-Aktie und haben ein Kursziel von 2,50 GBp ausgegeben.

Mit dieser dynamischen Wachstumsstrategie könnte Rio Tinto in Zukunft eine ernstzunehmende Konkurrenz für Albemarle und SQM werden, da das Unternehmen entschlossen ist, im Lithium-Sektor aggressiv zu wachsen.