Die Aktien des Rüstungsunternehmens Rheinmetall konnten sich am Montag nach einem schwachen Freitag wieder erholen. Mit einem deutlichen Kursanstieg von über vier Prozent machten sie signifikante Verluste des vorherigen Wochenendes wett. Damit waren die Rheinmetall-Papiere am Vormittag die stärksten Werte im Dax, obwohl sie charttechnisch weiterhin auf Richtungssuche bleiben. Seit Tagen pendelt der Kurs um die 21- und 100-Tage-Linie, die sich allmählich annähern. Am Montag überschritten die Aktien diese kurzfristigen Indikatoren, während die 50-Tage-Linie als nächster Widerstand näher rückt.
Auch im weiteren Rüstungssegment zeigte sich am Montag eine positive Entwicklung. Die Aktien des SDax-Wertes Renk stiegen nach dem schwachen Freitag zuletzt um 3,3 Prozent an. Derweil legten die Papiere von Hensoldt im MDax um 1,8 Prozent zu. Laut Händlern trieben Diskussionen um die Verteidigungsbudgets die Kurse an. Ein Medienbericht am Montag, wonach die Nato bis zu 50 weitere Brigaden unter neuen Verteidigungsplänen benötige, wurde als besonders kursrelevant hervorgehoben.
Ab Dienstag richtet sich das Augenmerk auf den Nato-Gipfel in Washington, bei dem das 75. Jubiläum des Verteidigungsbündnisses gefeiert wird. Dieses Ereignis findet inmitten politischer Unsicherheiten statt, insbesondere bezüglich der Eignung von US-Präsident Joe Biden als Präsidentschaftskandidat. Die zukünftige Ausrichtung der USA bleibt unklar, besonders im Hinblick auf eine mögliche Rückkehr des ehemaligen Präsidenten Donald Trump im November.
Ein Marktteilnehmer betonte, dass die Erholung der Rheinmetall-Aktien zum Teil eine Gegenreaktion auf die fast fünfprozentigen Kursverluste vom Freitag darstellt. In der vergangenen Woche hatte die Ampel-Koalition der Bundeswehr eine Erhöhung des regulären Wehretats um 1,2 Milliarden Euro für das kommende Jahr zugesagt. Verteidigungsminister Boris Pistorius meldete jedoch an, dass ein deutlich höherer Bedarf für anstehende Rüstungsprojekte besteht.