17. Juli, 2024

Politik

Republikanischer Vorstoß für neue Nuklearwaffentests sorgt für Kontroverse

Republikanischer Vorstoß für neue Nuklearwaffentests sorgt für Kontroverse

In den USA mehren sich die Stimmen für eine Wiederaufnahme von Atomwaffentests unterirdisch, sollte Donald J. Trump bei den kommenden Wahlen wiedergewählt werden. Diese Forderung trifft jedoch auf erheblichen Widerstand seitens zahlreicher Nuklearwissenschaftler, die dies als unnötig und gefährlich einstufen. Sie warnen, dass eine Wiederaufnahme der Tests das Ende des seit Jahrzehnten bestehenden Testmoratoriums bedeuten könnte, das die großen Atommächte der Welt einhalten.

In der neuesten Ausgabe des Magazins Foreign Affairs, plädiert Robert C. O'Brien, ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater von Trump, für die Durchführung neuer Atomwaffentests. Seinen Worten zufolge müsse Washington "neue Atomwaffen in der realen Welt testen, um deren Zuverlässigkeit und Sicherheit zu gewährleisten" und damit die "technische und numerische Überlegenheit gegenüber den kombinierten chinesischen und russischen Nukleararsenalen" zu bewahren.

Seit dem Ende des Kalten Krieges im Jahr 1992 haben die USA auf explosive Atomtests verzichtet und andere Atommächte überzeugt, dem Beispiel zu folgen. Stattdessen vertrauten die Vereinigten Staaten auf Experten und hochmoderne Technik in den nationalen Waffenlaboren, darunter raumgroße Supercomputer, das weltweit leistungsfähigste Röntgengerät und ein lasergestütztes System von der Größe eines Sportstadions.

O'Brien kritisierte in seinem Artikel diese Vorgehensweise als bloßen Einsatz von "Computer-Modellen". Unterstützung erhält er von republikanischen Kongressmitgliedern und einigen Nuklearwissenschaftlern, die die nicht-explosiven Tests als unzureichend für die Gewährleistung der Funktionsfähigkeit des US-Arsenals ansehen und daher Live-Tests fordern.

Demgegenüber steht die Biden-Administration sowie andere Demokraten, die davor warnen, dass ein US-Test eine Kettenreaktion von Tests in anderen Ländern auslösen könnte. Langfristig, so argumentieren sie, könne eine Wiederaufnahme der Tests zu einem nuklearen Wettrüsten führen, das die globale Stabilität gefährdet und das Risiko eines Krieges erhöht.

"Das ist eine schreckliche Idee," sagte Ernest J. Moniz, der als Energieminister unter der Obama-Administration für das U.S.-Nukleararsenal verantwortlich war. "Neue Tests würden uns weniger sicher machen. Man kann sie nicht von den globalen Auswirkungen trennen."