21. Mai, 2026

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Renditen im Aufwind: Deutscher Anleihemarkt gibt nach

Renditen im Aufwind: Deutscher Anleihemarkt gibt nach

Der deutsche Anleihemarkt hat am Dienstag mit fallenden Kursen reagiert. Der Euro-Bund-Future, ein zentraler Indikator für die Wertentwicklung deutscher Staatsanleihen, verzeichnete einen Rückgang um 0,46 Prozent auf 132,47 Punkte. Parallel dazu kletterte die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,33 Prozent. Ein ähnlicher Trend zeigte sich in den anderen bedeutenden Ländern der Eurozone, wo die Renditen ebenfalls anstiegen.

Dieser aktuelle Rückgang des Bund-Futures bedeutet, dass die zuvor erzielten Kursgewinne vom Wochenbeginn wieder verloren gegangen sind. Anleiheexperten der Dekabank führen dies auf fallende Ölpreise zurück, die am Montag die Inflationserwartungen gedämpft hatten, was zu einer kurzfristigen Erholung am deutschen Anleihemarkt geführt hatte. Die Experten äußerten sich jedoch skeptisch darüber, dass diese Entwicklung von Dauer sein könnte.

Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Luis de Guindos, bekräftigte in einem Interview mit der italienischen Nachrichtenagentur Ansa seine früheren Aussagen zur Inflation im Euroraum. Seinen Aussagen zufolge seien die jüngsten Inflationsdaten positiv, und die Eurozone befinde sich auf einem guten Weg, das mittelfristige Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Konjunkturell gäbe es allerdings keine erfreulichen Nachrichten, so de Guindos weiter.

Am Morgen zeigten sich deutsche Konjunkturdaten überraschend positiv. Der von den Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK und NIM ermittelte Konjunkturklimaindex für November stieg um 2,7 Punkte auf minus 18,3 Punkte und markierte damit den höchsten Stand seit April 2022. Aus den USA kamen gemischte Signale: Während im August ein Rückgang der offenen Stellen auf eine mögliche Abkühlung am Arbeitsmarkt hinwies, hellte sich die Stimmung der Verbraucher im Oktober unerwartet stark auf und erreichte den besten Wert seit Jahresbeginn.