08. Mai, 2026

Märkte

Politische Unruhe in Frankreich ohne große Turbulenzen auf den Finanzmärkten

Politische Unruhe in Frankreich ohne große Turbulenzen auf den Finanzmärkten

Die deutschen Staatsanleihen verzeichneten am Donnerstag einen deutlichen Kursrückgang, wobei der für den Markt bedeutende Euro-Bund-Future am Nachmittag um 0,55 Prozent auf 136,16 Punkte fiel. Im Gegenzug stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,11 Prozent.

In Frankreich verlor die Regierung von Premierminister Michel Barnier die Vertrauensabstimmung in der Nationalversammlung und trat erwartungsgemäß zurück. Trotz dieser politischen Unstabilität in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone blieben größere Marktreaktionen aus. Im Gegenteil, die französischen Anleiherenditen konnten sogar etwas sinken. Präsident Emmanuel Macron plant am Abend eine Fernsehansprache, um die Nation über die nächsten Schritte zu informieren.

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, erklärte, dass die Märkte skeptisch auf die Entwicklungen in Frankreich blickten, jedoch nicht besorgt seien. Es bestehe die Erwartung, dass das Land trotz der politischen Differenzen eine zukunftsweisende Haushaltsstrategie entwickeln werde, vor allem in Stressphasen der Finanzmärkte.

Des Weiteren wurden die Anleihen durch Wirtschaftsdaten belastet: Der Auftragseingang in der deutschen Industrie fiel im Oktober weniger stark als prognostiziert, während die September-Daten erheblich nach oben korrigiert wurden. Nun blicken alle gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird.