Am Dienstag mussten Oracle-Anleger einen herben Rückschlag hinnehmen, denn die Aktie des amerikanischen Softwaregiganten fiel um 8,1 Prozent und notierte zuletzt bei etwa 175 US-Dollar. Nach einer positiven Kursentwicklung der vergangenen Handelstage erreichte der Verlust zeitweise sogar 10 Prozent, was den Kurs auf das Niveau von Anfang November zurückversetzte. Durch dieses Abrutschen hat sich die kurzfristige und mittelfristige Prognose für die Oracle-Papiere etwas eingetrübt. Nichtsdestotrotz war der Wert der Aktie im bisherigen Jahresverlauf bis zur Bekanntgabe des Quartalsberichts erheblich gestiegen. Vor dem Rückgang am Dienstag hatte das Papier am Montag mit über 198 Dollar ein neues Allzeithoch erreicht. Seit Jahresbeginn haben die Anleger, trotz des aktuellen Kursrückgangs, ein Plus von 66 Prozent verbuchen können. Das jüngste Quartalsergebnis wird vor allem mit Blick auf das Umsatzwachstum von knapp 9 Prozent im zweiten Geschäftsquartal als durchwachsen betrachtet. Besonders die Clouderlöse, welche um fast 25 Prozent zunahmen, trugen zum Wachstum bei. Dennoch lagen die bereinigten Ergebnisse je Aktie leicht unter den Erwartungen der Analysten. Analystenprognosen, wie die von Brent Thill von Jefferies und Mark Murphy von JPMorgan, zeigen eine gemischte Gemütslage unter den Fachleuten. Thill bemängelte die Erfüllung hoher Erwartungen seitens des Softwareherstellers, während Murphy auf weniger dynamische Kundenzuwächse hinwies. Beide Experten betonen, dass stärkere Auftrags- und Clouderlössteigerungen notwendig seien, um die Aktienkurse weiter positiv zu beeinflussen. Oracle verzeichnet aktuell eine Marktkapitalisierung von 485 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Europas führender Softwarehersteller SAP weist eine umgerechnete Marktkapitalisierung von 291 Milliarden Dollar auf.
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Oracle unter Druck: Quartalsbericht enttäuscht Anleger