Trotz des beachtlichen Aufwärtstrends an den europäischen und US-amerikanischen Börsen im letzten Jahr, zeichnet die DZ Bank in ihrer aktuellen Studie ein noch sonnigeres Bild für das Börsenjahr 2024. Dem Bericht des Analysten Sven Streibel zufolge, der seine Erwartungen für Leitindizes wie den DAX, den EuroStoxx 50 und den S&P 500 nun anhob, sind mehrere Faktoren dafür verantwortlich. Unter anderem soll eine sich belebende Konjunktur und die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen die Märkte weiter beflügeln. Zudem betont Streibel die Rolle der künstlichen Intelligenz (KI) in der Entstehung eines neuen Superzyklus sowie die hohen Unternehmensausschüttungen.
Streibel prophezeit dem DAX einen Sprung auf 19.500 Punkte bis Ende des Jahres und sogar auf 20.000 Punkte bis Mitte 2025. Für den EuroStoxx 50 wird ein Anstieg von derzeit rund 8,5 Prozent auf 5.400 Zähler bis zum Jahresende und auf 5.550 Punkte im Laufe des folgenden Jahres erwartet. Der US-Index S&P 500 soll zum Ende des Jahres 2024 bei 5.600 Punkten rangieren und bis Mitte 2025 auf 5.700 Punkte klettern.
Nach Streibels Einschätzung könnte das erste Quartal 2024 einen Wendepunkt für Europas und Deutschlands Wirtschaft darstellen, welches bisher als 'Sorgenkind' gilt. Die zurückhaltenden Prognosen der anstehenden Berichtssaison könnten demnach zu positiven Überraschungen führen. Zudem deutet eine starke US-Inflation auf ein robustes Wachstum und ausgeprägte Preissetzungskraft der Unternehmen hin, was wiederum Margen und Gewinne stärken sollte. Darüber hinaus werden die Wirtschaftspolitiken der beiden potenziellen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und Donald Trump als positiv für eine expansive US-Wirtschaft ausgelegt.
Vor allem traditionellen Branchen, der sogenannten 'Old Economy', könnte dies Auftrieb verleihen, insbesondere da der jüngste Aktienaufschwung hauptsächlich von Technologiewerten angetrieben wurde, was für Nachholbedarf bei anderen Sektoren spricht. Der Technologiesektor profitiert von KI-entfachten Superzyklen in sowohl den USA als auch Europa. Deutlich wird dies unter anderem an den Anteilen von Unternehmen wie SAP und ASML am EuroStoxx 50 Index.
Nicht zu vergessen ist die Attraktivität der Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe, die Anleger an Unternehmen binden und die Rally an den Börsen weiter stabilisieren sollen. Für die 40 DAX-Unternehmen werden dieses Jahr Dividendenzahlungen in Höhe von über 54 Milliarden Euro erwartet, während in den USA die Aktienrückkäufe nach einem Rückgang im Vorjahr auf ein neues Rekordhoch von über einer Billion US-Dollar steigen sollen.