Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag in aufsteigender Form und nähert sich in kleinen Schritten seinem kürzlich aufgestellten Rekord. Getrieben von positiven Signalen aus der Wall Street und ermutigenden Wirtschaftszahlen aus der Eurozone, kletterten die Aktienkurse nach oben. Die Fortschritte spiegeln sich in der verbesserten Unternehmensstimmung im Euroraum wider, die im März erneut Zuwächse verzeichnen konnte. Darüber hinaus überwindet der Dienstleistungssektor in Deutschland nach Erhebungen von S&P Global erstmals seit Monaten wieder die Schwelle des Wachstums.
Der DAX beendete den Handelstag mit einem bescheidenen Plus von 0,19 Prozent und einem Schlussstand von 18.403,13 Punkten, während der MDAX der mittelgroßen Unternehmen einen kräftigeren Aufschwung von 0,78 Prozent zu verzeichnen hatte und den Tag bei 27.267,71 Zählern beendete.
Investoren behalten weiterhin die Entwicklung der Zinspolitik im Auge. In Europa rechnen Finanzmarktteilnehmer angesichts sinkender Inflation mit einer ersten Leitzinssenkung im Juni, wohingegen über eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed im Sommer spekuliert wird. Allerdings könnten jüngste starke Wirtschaftsdaten aus den USA auf eine Zinssenkung zu einem späteren Zeitpunkt hindeuten. Vor diesem Hintergrund hat Jerome Powell, Vorsitzender der Federal Reserve, erneut die abwartende Position der Notenbank bekräftigt.
Stephen Innes von SPI Asset Management bringt es auf den Punkt: Bereits seit drei Monaten diskutieren Marktteilnehmer die Lücke zwischen den Erwartungen an Zinssenkungen und der wirtschaftlichen Realität. Ein übertreffender US-Arbeitsmarktbericht, besonders in Verbindung mit einem Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne am Freitag, könnte einen Wendepunkt für Aktieninvestoren markieren.