Die vielbeachtete Ölproduzentengruppe Opec+ hat ihre Pläne zur Produktionssteigerung im Jahr 2025 deutlich zurückgeschraubt, um die Preise stabil zu halten. Angeführt von Saudi-Arabien und Russland, verschieben die Mitgliedstaaten den ursprünglich ab Januar geplanten schrittweisen Wiedereinstieg von täglich 2,2 Millionen Barrel Rohöl auf April und verlängern den Zeitraum für die Erhöhung auf 18 Monate. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate stimmten zu, ihre Quotenanhebung um 300.000 Barrel pro Tag bis April hinauszuzögern.
Analysten zufolge bedeutet diese Verschiebung, dass 2025 insgesamt 818.000 Barrel pro Tag weniger gefördert werden als bislang angenommen – unter der Voraussetzung, dass sich die Mitglieder an ihre Quoten halten. Zwei Drittel der ursprünglich für 2025 geplanten Menge wird nun erst 2026 erwartet, erklärte Paul Horsnell von Standard Chartered.
Nach der Bekanntgabe verzeichnete der Preis für Brent-Rohöl einen Anstieg von 0,5 Prozent auf 72,66 US-Dollar pro Barrel, während das US-amerikanische Pendant West Texas Intermediate ebenfalls um 0,5 Prozent auf 68,87 US-Dollar stieg. Die Entscheidung von Opec+ folgt auf einen Preisrückgang von fast 11 Prozent seit Juni, als angekündigt wurde, die freiwilligen Kürzungen ab September rückgängig zu machen.
Amrita Sen von Energy Aspects bezeichnete die Strategie als sehr optimistisch, da sie das Überangebot an Rohöl im kommenden Jahr erheblich reduziere. Trotz dieses optimistischen Ansatzes bleibt der Markt skeptisch, da viele glauben, dass der designierte US-Präsident Donald Trump niedrige Ölpreise bevorzugt. Helima Croft von RBC Capital Markets erklärte, dass das Kartell auf Vorsicht setzt und die Märkte beobachten wolle, bevor es entscheidende Schritte unternehme. Damit hält Opec+ an einem abwartenden Ansatz fest und wird das Thema im Frühjahr erneut aufgreifen.