Die jüngsten Bewegungen an den Ölmärkten glichen einer sanften Wellenbewegung: Die Preise für Rohöl zeigten sich am Mittwoch zunächst unbeständig, bevor sie sich in einem leichten Abwärtstrend einpendelten. Insbesondere die Sorte Brent aus der Nordsee verzeichnete einen Rückgang und notierte letztlich bei 88,11 US-Dollar je Barrel, ein Minus von 31 Cent gegenüber dem Vortag. Parallel dazu büßte das amerikanischen Pendant West Texas Intermediate (WTI) um 44 Cent ein und stand somit bei 82,93 Dollar pro Fass.
Marktbeobachter führen diese leichten Verluste auf eine sich abkühlende Risikofreude zurück, die sich nicht nur in einem moderaten Abschwung am Aktienmarkt spiegelt, sondern auch auf als riskant geltende Vermögenswerte wie Rohöl durchschlägt. Trotzdem hatten die aktuellen Lagerbestandsdaten der USA, die einen signifikanten und unerwarteten Rückgang offenlegten - der größte seit Januar - zuvor für Rückenwind gesorgt. Dies deutet auf eine momentane Knappheit des Angebotes hin, was auf dem Markt üblicherweise preisstabilisierend wirkt.
Darüber hinaus unterstreicht die gegenwärtige Angebotsverknappung in anderen bedeutenden Ölförderländern die fragile Lage. Preislich in die Höhe getrieben werden die Rohölsorten auch durch anhaltende geopolitische Risiken sowie durch Anzeichen einer wieder an Fahrt gewinnenden Wirtschaft in China und Europa. Jedoch drückt auch der zuletzt erstarkte Dollarkurs auf die Preisentwicklung – ein stärkerer Dollar kann die Ölnachfrage dämpfen, da dieser die Kosten für Käufer in anderen Währungsräumen erhöht.