Der Countdown läuft: Schon in wenigen Wochen könnte Donald Trump erneut die Verantwortung im Weißen Haus übernehmen. Die Welt steht angesichts der möglichen Rückkehr zur Trump-Administration vor markanten Unsicherheiten, vor allem im Bereich der Ölmarktvolatilität. Die Politisierung der Ölpreise durch die führenden Akteure USA, OPEC und Russland verspricht Nervenkitzel und Spekulationen.
In seiner ersten Amtszeit 2017 überholte die US-Ölproduktion dank Trumps Lockerung von Umweltauflagen und der Öffnung von Fördergebieten die saudische Spitze mit beeindruckenden 13 Millionen Barrel täglich. Seine erneute Präsidentschaft könnte einen weiteren Schub für fossile Energien mit sich bringen, während erneuerbare Energien möglicherweise einen kühlen Empfang im neuen Kabinett erhalten. Doch Trumps energiebasierter Alleingang birgt geopolitische Risiken, insbesondere im Dreiecksverhältnis USA, Russland und OPEC.
In seiner engen Beziehung zum russischen Präsidenten Putin erhofft sich Trump strategische Vorteile, obwohl seine Sanktionen gegen den Bau von Nord Stream 2 deutliche Botschaften nach Europa sandten. Diese diplomatischen Ambitionen könnten jedoch die Rolle der USA verwässern. Zunehmende Belastungen für den Energiemarkt sind wahrscheinlich, da übersteigerter Unilateralismus auch die Verbündeten in Europa verunsichern könnte.
Seit der Invasion der Ukraine verfolgt die westliche Allianz mit der G7 und der EU strenge Preisobergrenzen gegen russische Energieimporte. Obgleich der Richtwert von 60 Dollar pro Barrel eingeführt wurde, um die russischen Einnahmen zu drosseln, wird zunehmend darüber berichtet, dass die russischen Exporte höher gehandelt werden. Länder wie Indien und Ungarn stehen offen zu ihren Importen, während türkische Raffinerien diskret russische Energien an westliche Partner weiterverteilen. Die Furcht vor einem Wiedererstarken russischer Dominanz bleibt präsent; Spannungen im globalen Energiemarkt sind vorprogrammiert.