Der milliardenschwere Unternehmer Elon Musk und seine Social-Media-Plattform X haben Klage gegen eine prominente Branchenvereinigung und zahlreiche namhafte Werbetreibende eingereicht. Betroffen sind unter anderem die Konsumgüterriesen Unilever und Mars. Der Vorwurf: Ein 'illegaler Boykott', der gegen Kartellgesetze verstoße und die Nutzer sowie das Einnahmepotenzial der Plattform erheblich gefährde.
Linda Yaccarino, die Geschäftsführerin von X, gab bekannt, man habe rechtliche Schritte gegen die Global Alliance for Responsible Media (GARM) eingeleitet. Diese Koalition von Marken und Werbeagenturen soll nach Xs Auffassung die Plattform durch einen koordinierten Boykott massiv geschädigt haben.
Die Klage verstärkt die ohnehin schon angespannte Beziehung zwischen Elon Musk und bedeutenden Werbekunden. Bereits vor der Übernahme von X durch Musk im Oktober 2022 hatte GARM den Tesla-Chef gewarnt, dass die Einhaltung von Standards zur Vermeidung unangemessener Inhalte unumgänglich sei. Vor allem die von Musk gelockerte Moderationspolitik hat etliche große Werbekunden dazu bewogen, ihre Ausgaben drastisch zu reduzieren – mit einem Werberückgang von über 50 Prozent zur Folge.
Für Yaccarino, die früher für ihre enge Zusammenarbeit mit Marken geschätzt wurde, markiert die Klage eine gravierende 180-Grad-Wende und spiegelt die internen Spannungen mit Musk wider. Auch seine jüngsten Kommentare zur politischen Lage in Großbritannien sorgen für weiteren Unmut, nicht zuletzt beim britischen Premierminister Sir Keir Starmer.
Ob diese gerichtlichen Schritte und die fortwährende Kontroverse rund um Musks Kommunikationsstil letztlich dazu führen, dass sich die Werbelandschaft und das Vertrauen der Marken in X wieder stabilisieren, bleibt abzuwarten. Eins steht jedoch fest: Das Kapitel von Musk und X in der Welt der digitalen Werbung ist noch lange nicht beendet.