07. Juli, 2026

Technologie

Microsoft und Delta in der IT-Schlacht: Milliardenschwere Investitionen auf dem Prüfstand

Microsoft und Delta in der IT-Schlacht: Milliardenschwere Investitionen auf dem Prüfstand

Microsoft hat am Dienstag Delta Air Lines für eine mehrtägige globale Cyberpanne verantwortlich gemacht, die zur Streichung von über 6.000 Flügen führte. Im Mittelpunkt steht ein Software-Update des weltweit tätigen Cybersecurity-Unternehmens CrowdStrike, das Systemprobleme bei Microsoft-Kunden, einschließlich vieler Fluggesellschaften, verursachte. Während andere große US-Carrier die Störungen am nächsten Tag in den Griff bekamen, setzte sich das Chaos bei Delta fort.

Microsofts vorläufige Untersuchung deutet darauf hin, dass Delta – im Gegensatz zu seinen Konkurrenten – seine IT-Infrastruktur offenbar nicht modernisiert hat. Delta hingegen argumentiert, seit 2016 Milliarden in IT-Kapitalinvestitionen zu stecken, zusätzlich zu den jährlichen operativen IT-Ausgaben in Milliardenhöhe.

„Delta hat eine lange Erfolgsgeschichte darin, in sichere, verlässliche und herausragende Dienstleistungen für unsere Kunden und Mitarbeiter zu investieren“, betonte ein Unternehmenssprecher. Dennoch führte das Chaos dazu, dass hunderttausende Reisende strandeten und schätzt, dass die Airline mit Sitz in Atlanta dadurch rund 500 Millionen US-Dollar verlor. Zudem droht Delta eine Untersuchung durch das amerikanische Verkehrsministerium.

Delta hat den prominenten Anwalt David Boies von der Kanzlei Boies Schiller Flexner engagiert, um Schadensersatz von CrowdStrike und Microsoft zu verlangen. In einem CNBC-Interview beklagte Delta-CEO Ed Bastian, dass sich die beiden Technologiekonzerne als unzuverlässig erwiesen hätten. Dabei bezeichnete er insbesondere die Plattform von Microsoft als „besonders fragil“.

Ein Gegenschlag folgte prompt: In einem Schreiben nannte Microsoft-Anwalt Mark Cheffo die Aussagen der Fluggesellschaft „unvollständig, falsch, irreführend und schädlich für Microsoft und seinen Ruf“. Er stellte klar, dass Microsoft sofortige Hilfe angeboten habe, die jedoch ignoriert wurde.

Microsoft beschuldigte Delta zudem, auf Dienste anderer Technologieanbieter für ihr Crew-Tracking und ihr Planungssystem zu setzen und vermutete dies als Grund für die Ablehnung ihrer Hilfe. Cheffo machte klar, dass Microsoft sich „energisch“ verteidigen werde, sollte Delta eine Klage einreichen.

Auch CrowdStrike wies die Vorwürfe von Delta zurück. Der CEO des Cybersecurity-Unternehmens habe sich persönlich an Bastian gewandt, um Hilfe vor Ort anzubieten, erhielt jedoch keine Antwort.