Die Ankündigung eines langsamer wachsenden Cloud-Geschäfts hat die Wall Street verunsichert. Trotz erheblicher Investitionen in Künstliche Intelligenz sank die Aktie von Microsoft im nachbörslichen Handel zunächst deutlich. Nach einem Minus von bis zu sieben Prozent erholte sich das Papier jedoch und milderte die Verluste auf knapp drei Prozent ab. Für das vergangene Quartal meldete Microsoft einen Anstieg der Cloud-Erlöse um 29 Prozent, ein Prozentpunkt weniger als von Marktexperten erwartet. Im vorhergehenden Quartal hatte das Wachstum sogar noch bei 31 Prozent gelegen. Als Branchenprimus im Bereich Cloud-Dienste und Künstliche Intelligenz steht Microsoft unter besonderer Beobachtung, da selbst geringe Abweichungen von den Erwartungen teils starke Reaktionen an der Börse zur Folge haben.
Teure Investitionen in Künstliche Intelligenz
Microsoft hat erheblich in Künstliche Intelligenz investiert. Dies schließt eine Kooperation mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI sowie den Ausbau neuer Rechenzentren ein. Die Technologien werden dabei im Abonnementmodell angeboten. Investoren erwarten nun greifbare Ergebnisse dieser milliardenschweren Ausgaben.
Auf einer Telefonkonferenz erklärte Microsofts Finanzchefin Amy Hood, dass das Wachstum im Cloud-Bereich im laufenden Quartal weiter abflachen werde, jedoch im nächsten Jahr wieder an Dynamik gewinnen könnte. CEO Satya Nadella unterstrich, dass sich die Anzahl der beruflichen Nutzer von Microsofts KI-Funktion „Copilot“ in nur drei Monaten verdoppelt habe.
Positive Signale bei anderen Kennzahlen
Während des letzten Quartals konnte Microsoft acht Prozentpunkte des Cloud-Wachstums auf das KI-Geschäft zurückführen, ein Anstieg um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vorquartal. Diese Entwicklung stimmte die Investoren wieder etwas versöhnlicher, und die Aktie erholte sich teilweise von den anfänglichen Verlusten.
Auch in anderen Bereichen übertraf der Technologieriese die Erwartungen der Analysten. So wuchs der Quartalsumsatz um gut 15 Prozent auf 64,7 Milliarden Dollar (59,85 Mrd Euro), während der Gewinn von 20,08 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 22,04 Milliarden Dollar anstieg.