Die Aktie des Wechselrichter-Herstellers SMA Solar erlebte am Mittwoch einen drastischen Kursverfall. Die Anteile sanken im Vormittagshandel um rund 30 Prozent auf 29 Euro und erreichten damit den tiefsten Stand seit Frühjahr 2022. Grund für den Absturz ist eine massive Umsatz- und Gewinnwarnung des Unternehmens.
Ein Händler bemerkte, dass selbst vorsichtige Analysten von der Senkung der Ziele enttäuscht waren. Noch im Jahr 2023 hatte SMA Solar mehrfach die Jahresziele nach oben korrigiert. Doch die Marktunsicherheiten führten bereits im Vorjahr zu einem Kursverlust von 9 Prozent. Analyst Mengxian Sun von der Deutschen Bank beschrieb die aktuelle Gewinnwarnung als Hiobsbotschaft, insbesondere vor der bevorstehenden Intersolar-Messe. Dementsprechend senkte er sein Kursziel von 63 auf 40 Euro, behielt jedoch die Einstufung "Hold" bei. Ebenso reduzierte die Bank Oddo BHF das Kursziel von 66 auf 42 Euro und änderte die Empfehlung von "Outperform" auf "Neutral".
Die Analysten von Oddo BHF kritisierten, dass die Gewinnwarnung trotz vorheriger Bestätigungen der Jahresprognosen durch SMA nicht überraschend sei. Bereits die Entwicklung des Aktienkurses seit Jahresbeginn verdeutliche die Unsicherheit am Markt. Sie hoben hervor, dass das Erreichen der Jahresziele stark von einer Erholung des Auftragseingangs in den Segmenten Wohnen und Gewerbe ab dem dritten Quartal abhänge, was gemäß der neuen Prognose nun nicht mehr realistisch sei.
Jefferies-Analyst Constantin Hesse betonte, dass das gesenkte operative Ergebnisziel deutlich unter dem Marktkonsens liegt. Er fürchtet, dass das Eigenheim-Geschäft von SMA Solar erstmals seit 2018 wieder Verluste schreiben wird. Noch 2022 war die Aktie aufgrund der Boomphase bei Erneuerbaren Energien stark gefragt und erzielte bis Jahresende einen Zuwachs von fast 80 Prozent, was sie zu einem Spitzenwert im SDax machte. Anfang Juli 2023 erreichte das Papier ein Rekordhoch von 112,70 Euro.
Doch negative Branchennachrichten und eine abflachende Auftragsdynamik veranlassten die Anleger zu vorsichtigeren Handlungen. Analysten verwiesen zunehmend auf Nachfrageprobleme und hohe Unsicherheiten für die zweite Jahreshälfte 2024. Nun musste SMA Solar seine Ziele aufgrund hoher Lagerbestände senken. Mit einem Verlust von rund 52 Prozent im laufenden Jahr zählen die Aktien nun zu den schlechtesten Performern der Dax-Familie.