Die Börse zeigte sich am Donnerstag unbeeindruckt von den bisherigen Erfolgsgeschichten und ließ die Aktien von Aixtron deutlich fallen. Ein kritischer Ausblick des Technologieunternehmens für die Chipindustrie sowie schlechte Neuigkeiten von AMS Osram, einem bedeutenden Kunden, sorgten für einen Einbruch beim Kurswert. Dieser fiel in der Spitze um 21 Prozent und markierte damit den tiefsten Stand seit April des Vorjahres, konnte jedoch später die Verluste etwas begrenzen.
Investoren, die sich durch fünf Jahre kontinuierlicher Gewinne und einen kumulierten Anstieg von etwa 360 Prozent verwöhnen ließen, sehen sich nun einem Jahresminus von rund 30 Prozent gegenüber. Offenbar konnte der Ausblick des Ausrüsters der Chipindustrie – eine deutlich verlangsamte Wachstumsentwicklung für das Jahr 2024 – die Marktteilnehmer nicht überzeugen. Sofortige Enttäuschung unter den Händlern signalisierte die Sorge um die mittelfristigen Perspektiven des Unternehmens.
Eine zusätzliche Belastung brachte die Nachricht über AMS Osram, das ein konkretes Projekt im Bereich MicroLEDs gestoppt hat. Dies verursachte eine massive Abschreibung und einen Kursverfall beim Kunden um über 40 Prozent an der Börse in der Schweiz. Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan kommentierte die verheerenden finanziellen Konsequenzen für AMS Osram infolge der eingestellten Investitionen. Ein Händler mahnte ebenfalls zur Vorsicht, indem er die Bedeutung von MicroLED als wesentlichen Wachstumsmotor hervorhob.
Währenddessen sieht Olivia Honychurch von Jefferies Research im aktuellen Kursrutsch auch Potenzial für Käufer. Trotz der Stornierung eines bedeutenden Projekts von Apple bei AMS vermutet sie keine negativen Auswirkungen auf die Prognose von Aixtron für das laufende Jahr. Sie glaubt, das Unternehmen könne im weiteren Jahresverlauf seine Ziele möglicherweise anheben und hält die Anteile für eine "starke Empfehlung".
Armin Kremser von der DZ Bank äußerte die Ansicht, dass die negativen Entwicklungen seit Jahresbeginn bereits in den Kurs eingeflossen sein dürften, und bekräftigte seine Kaufempfehlung, ohne jedoch auf die Ereignisse um AMS einzugehen. Dies lässt die Marktteilnehmer mit gemischten Gefühlen zurück; sowohl Chancen als auch Risiken liegen offen auf dem Tisch.