23. Juni, 2024

Politik

Konfrontation am Meron-Berg: Sicherheitsvorkehrungen trotzt

Konfrontation am Meron-Berg: Sicherheitsvorkehrungen trotzt

Ein unheilvolles Déjà-vu am traditionellen Wallfahrtsort: Trotz strikter Sicherheitsvorkehrungen und dem Andenken an eine Tragödie vor drei Jahren, bei der 45 Pilger ihr Leben ließen, sind erneut Spannungen in Norden Israels entbrannt. Anlass der Zusammenstöße zwischen ultraorthodoxen Juden und den Sicherheitskräften waren die abgesagten Feiern zu Lag Baomer, einem jüdischen Fest, das dieses Mal aufgrund von Beschuss durch die Hisbollah nicht wie gewohnt am Meron-Berg stattfinden konnte.

Aus einer Mischung aus religiöser Inbrunst und Missachtung staatlicher Anordnungen heraus, brachen Hunderte von Gläubigen die Polizeiketten und riskierten damit ernsthafte Eskalationen. Die Sicherheitskräfte, die vor die Herausforderung gestellt wurden, die Ordnung wiederherzustellen, waren laut Berichten Steinwürfen und vehementem Widerstand der Demonstranten ausgesetzt. Der Konflikt eskalierte so weit, dass Verstärkung erforderlich wurde, um die Lage zu deeskalieren.

Die Polizei betonte in ihrer Stellungnahme, dass das Handeln der Gläubigen nicht nur eine Gefahr für sie selbst, sondern ebenso für die Einsatzkräfte dargestellt habe. Der aktuelle Konfliktzustand mit der Hisbollah, der bereits zahlreiche Raketen auf den Meron-Berg geführt hat, unterstreicht die Brisanz des diesjährigen Lag Baomer. Die Erinnerungen an die tragischen Ereignisse vom 29. April 2021, die zu 45 Todesopfern und circa 150 Verletzten aufgrund einer Massenpanik geführt hatten, sind noch frisch. Die damit verbundene Kritik, die bis hin zur politischen Spitze, vertreten durch den damaligen Premierminister Benjamin Netanjahu, reichte, untermauert die Wichtigkeit besonnener Handlungen in Zeiten hoher emotionaler und sicherheitspolitischer Spannungen.