18. Juli, 2024

Politik

Kiewer Kinderklinik schwer beschädigt: Tragische Folgen russischer Angriffe kurz vor Nato-Gipfel

Kiewer Kinderklinik schwer beschädigt: Tragische Folgen russischer Angriffe kurz vor Nato-Gipfel

Einen Tag vor dem Nato-Gipfel in Washington ereignete sich eine Katastrophe in der Ukraine. Russische Raketenangriffe auf mehrere Städte führten zu fast 40 Todesopfern und zahlreichen Verletzten. Besonders betroffen war eine Kinderklinik in Kiew: Mindestens 27 Menschen kamen ums Leben, darunter Kinder, und 82 wurden verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte ein erschütterndes Video auf der Plattform X, das das Ausmaß der Zerstörung in der Klinik zeigt. Russland müsse für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden, so der Präsident. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko informierte über 16 Verletzte im Krankenhaus, darunter sieben Kinder. Zwei der Verletzten verstarben unterdessen. Hunderte Einwohner unterstützten die Rettungskräfte bei der Bergung der Opfer. Der deutsche Botschafter Martin Jäger berichtete von erschütternden Szenen vor Ort. Diese Angriffe wurden von Moskau als gezielte Maßnahmen gegen Rüstungsfabriken und Militärflugplätze deklariert, jedoch weisen die zahlreichen Videos aus Kiew auf schwerwiegende Schäden in zivilen Bereichen hin. Selenskyj verurteilte die russischen Behauptungen, dass es sich um einen Fehler der ukrainischen Flugabwehr handele, scharf. Er bedankte sich bei allen, die durch Videos die Realität der Angriffe dokumentierten. Der Angriff, der Selenskyjs Angaben zufolge mehr als 40 Raketen umfasste, fand zudem tagsüber statt – ein ungewöhnlicher Zeitpunkt für solch schwere Angriffe. Im Umfeld des bevorstehenden Nato-Gipfels in Washington drängt die Ukraine auf weitere Unterstützung durch moderne Flugabwehrsysteme, wie die besonders leistungsfähigen Patriot-Systeme. Kiew hofft auf weitere Zusagen, einschließlich bis zu sechs Systemen aus Israel. Parallel dazu unterzeichneten Selenskyj und der polnische Regierungschef Donald Tusk ein Sicherheitsabkommen zwischen ihren Ländern. Währenddessen trat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban als selbst ernannter Vermittler auf. Seine Mission wird in Brüssel kritisch gesehen und als nicht offiziell abgestimmt bezeichnet. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte, dass Orban keine Botschaft von Putin an den US-Präsidenten oder den Nato-Gipfel übermitteln werde. Indien mischt sich ebenfalls in die diplomatischen Beziehungen ein. Bei einem Besuch in Moskau sprach der indische Premierminister Narendra Modi mit Putin über den Krieg. Indien bezieht vergünstigtes Öl aus Russland, was zur finanziellen Unterstützung von Putins Kriegshandlungen beiträgt.