17. Juli, 2024

Politik

Junge Wähler im Fokus: Franziska Brantner zur Parlamentswahl in Frankreich

Junge Wähler im Fokus: Franziska Brantner zur Parlamentswahl in Frankreich

Die bevorstehende Stichwahl zur französischen Nationalversammlung könnte von der Wahlbeteiligung junger Wähler maßgeblich beeinflusst werden. Franziska Brantner, Grünen-Politikerin und Frankreich-Expertin, äußerte hierzu im Deutschlandfunk ihre Einschätzung. Viele junge Menschen seien von Präsident Emmanuel Macron enttäuscht. Nun werde entscheidend sein, ob jene, die im ersten Wahlgang für das Linksbündnis stimmten, bereit seien, im zweiten Durchgang einen Kandidaten Macrons zu unterstützen.

Nach der ersten Runde der Parlamentswahl führt Marine Le Pens rechtsnationales Rassemblement National (RN) zusammen mit seinen Verbündeten mit 33 bis 34,2 Prozent. Das Mitte-Lager von Präsident Macron erreichte lediglich 20,7 bis 22 Prozent und liegt damit hinter dem Linksbündnis Nouveau Front Populaire mit 28,1 bis 29,1 Prozent. Die endgültige Sitzverteilung in der Nationalversammlung wird jedoch erst nach den Stichwahlen am kommenden Sonntag feststehen. Vertreter aus dem Macron-Lager und dem Linksbündnis signalisierten, in Wahlkreisen, in denen sie den dritten Platz belegten, zugunsten der Kandidaten zurückzutreten, die das Rassemblement National schlagen können.

Brantner betonte ferner eine weitere Herausforderung für das Mitte-Links-Lager: das Fehlen einer charismatischen Führungspersönlichkeit. "Die Parteien haben es zwar in der Kürze der Zeit geschafft, ein Bündnis zu schließen, jedoch weder eine führende Persönlichkeit noch ein gemeinsames Projekt identifizieren können", erklärte sie.