Der Technologieriese Intel sieht sich derzeit stürmischen Zeiten ausgesetzt, nachdem der Aktienkurs des Unternehmens nach ernüchternden Ergebnissen des zweiten Quartals um mehr als 27 Prozent eingebrochen ist. Die enttäuschenden Zahlen, gepaart mit der Ankündigung eines umfassenden Sparprogramms, veranlassten Anleger zu massiven Verkäufen. Intel teilte mit, dass man im dritten Quartal mit einem Umsatz von 12,5 bis 13,5 Milliarden US-Dollar rechne, deutlich weniger als die von Analysten erwarteten 14,3 Milliarden US-Dollar. Die drastische Reaktion der Märkte stellt den größten Kursrutsch für Intel-Aktien seit mindestens 1982 dar. Als Teil der Kostensenkungsmaßnahmen plant Intel, 15 Prozent seiner Belegschaft abzubauen und die Dividendenzahlungen vorerst zu unterbrechen. Diese Maßnahmen sollen insgesamt 10 Milliarden US-Dollar einsparen. Intel versucht sich derzeit unter anderem durch den Ausbau des Geschäfts mit KI-Chips und Drittanbieter-Foundries neu zu positionieren, um Marktanteile zurückzugewinnen, die an den Rivalen AMD verloren gingen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer sich langsam erholenden PC-Branche nach acht quartalsweisen Rückgängen. Die aktuellen Quartalszahlen umfassen einen Gewinn pro Aktie (EPS) von lediglich 0,02 US-Dollar bei einem Umsatz von 12,8 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten hingegen mit einem EPS von 0,10 US-Dollar und einem Umsatz von 12,9 Milliarden US-Dollar gerechnet. Zum Vergleich: Im gleichen Quartal des Vorjahres lag der EPS bei 0,13 US-Dollar, ebenfalls bei einem Umsatz von 12,9 Milliarden US-Dollar. Auch im Data Center und AI-Segment schnitt das Unternehmen schlechter als erwartet ab und erzielte einen Umsatz von 3,05 Milliarden US-Dollar, verglichen mit den prognostizierten 3,07 Milliarden US-Dollar. Dieses Segment birgt großes Potenzial aufgrund der steigenden Nachfrage nach CPUs und GPUs für KI-Anwendungen, doch Intels GPUs können bislang nicht mit den marktführenden Produkten von Nvidia konkurrieren. Bislang sind die Intel-Aktien im laufenden Jahr um 38 Prozent gefallen, während AMD nur einen Rückgang von 3,7 Prozent verzeichnete und Nvidia-Aktien sogar um 127 Prozent gestiegen sind. Intels Geschäftssegment „Client“, welches den größten Umsatzanteil ausmacht und Chips für Unternehmens- und Endkunden-PCs verkauft, erzielte Einnahmen von 7,4 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten dort 7,5 Milliarden US-Dollar erwartet. Im Vorjahresquartal waren es 6,7 Milliarden US-Dollar. Eine zusätzliche Herausforderung stellt Qualcomm dar, das mit seinem neuen Snapdragon X Elite PC-Chip, der in Microsofts aktueller Surface-Reihe verbaut ist, Druck auf Intel ausübt. Dieser Chip könnte aufgrund besserer Leistung und längerer Batterielaufzeit eine ernsthafte Konkurrenz für Intels und AMDs Produkte werden. Schließlich arbeitet Intel daran, seine Foundries für Drittanbieter zu öffnen, in der Hoffnung, damit langfristig den taiwanesischen Branchenprimus TSMC zu überholen. Der Fortschritt in diesem Bereich ist jedoch bislang schleppend, obwohl potenzielle Großkunden wie Microsoft bereits in den Startlöchern stehen.
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Intel unter Druck: Aktienkurs stürzt nach enttäuschendem Quartalsbericht ab