12. April, 2024

Politik

Initiative aus NRW für Organspendereform: Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung im Anmarsch

Initiative aus NRW für Organspendereform: Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung im Anmarsch

Im Bestreben, die anhaltend niedrigen Organspendezahlen in Deutschland zu verbessern, hat Karl-Josef Laumann, der Gesundheitsminister Nordrhein-Westfalens, Pläne für einen legislativen Vorstoß offenbart. Die Widerspruchslösung, bei der jeder Bürger posthum als potenzieller Organspender gilt, sofern zu Lebzeiten kein Gegenteil bekundet wurde, soll auf der politischen Agenda wieder aufleben. Laumann verkündete, bis Mitte Juni werde NRW aktiv einen Gesetzesantrag in den Bundesrat einreichen und damit das Prozedere auf parlamentarischer Ebene anregen. Der Minister setzt auf ein Umdenken im Bundestag, wo ein früherer Vorstoß 2020 gescheitert war. Mit einer veränderten Zusammensetzung sieht er nun neue Chancen für die Verabschiedung des Gesetzes. Die Intention ist, im Herbst das Vorhaben im Bundestag zur Diskussion zu stellen, wobei NRW auch auf die Unterstützung durch weitere Ländergesundheitsminister zählt. Laumann betont dabei die Überparteilichkeit dieses Themas. Der Schritt zur Widerspruchslösung ist in 26 europäischen Ländern bereits Realität und resultiert in signifikant höheren Organspenderraten im Vergleich zu Deutschland, argumentiert Laumann. Im letzten Jahr kontrastierte die Anzahl der Spender, 965 Personen, scharf mit den fast 8400 Patienten, die auf Organe warteten. Bisherige Kampagnen für das Heben der Spendenbereitschaft verblieben ohne nennenswerten Einfluss – trotz einer grundlegend positiven Einstellung gegenüber Organtransplantationen, wie Umfragen nahelegen. Laumann unterstreicht die gesellschaftliche Verantwortung zur Positionierung in dieser Debatte. Unterstützung erhielt er dabei auch von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, der ebenfalls eine erneute Initiative für die Widerspruchslösung vorangetrieben hatte. Der geplante legislative Vorstoß könnte somit ein wichtiges Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen: Während ein Ja zur Organspende Leben retten und das Warten auf Transplantationen verkürzen kann, eröffnet der Gesetzesentwurf fundamental die Diskussion über die Entscheidungsbereitschaft und Solidarität in der Bevölkerung.