Der Zuckerpreis in Indien hat einen historischen Tiefstand erreicht und stellt die Zuckerfabriken vor erhebliche Herausforderungen, insbesondere bei der pünktlichen Bezahlung der Zuckerrohrlieferanten. Laut Industrievertretern hat der Preisverfall die Forderung nach einer sofortigen Anpassung des Mindestverkaufspreises aufkommen lassen, um den finanziellen Druck auf die Zuckerhersteller zu lindern. Der Vorsitzende der West Indian Sugar Mills Association, B.B. Thombare, erklärte besorgt, dass die aktuellen Zuckerpreise unter den Produktionskosten liegen. Ohne Preisanpassungen sei es für die Zuckerfabriken schwierig, den erhöhten Zuckerrohrpreis zu zahlen. In der Region Kolhapur im Bundesstaat Maharashtra sanken die Großhandelspreise um fast acht Prozent in den letzten vier Monaten auf ein Niveau, das zuletzt im Juni 2023 zu beobachten war. Eine rasche Erhöhung des Mindestverkaufspreises auf über 40.000 Rupien pro Tonne wird als notwendig erachtet, um die Produktionskosten zu decken und die Rentabilität der Fabriken zu sichern. Die Zuckerindustrie drängt auf eine Anpassung, da die verpflichtenden Einkaufsbedingungen für Zuckerrohr in den letzten Jahren verschärft wurden, während der Verkaufspreis unverändert blieb. Der Preisverfall korreliert mit einem verringerten Bedarf nach den Festlichkeiten und dem Start neuer Erntezeiten, so Ashok Jain vom Bombay Sugar Merchants Association. Zudem hat die Zuckerproduktion seit Saisonbeginn am 1. Oktober um über 35 Prozent abgenommen. Dies verstärkt den Druck auf die Produktion und den Verkauf, zumal einige Mühlen aufgrund politischer Wahlkampfforderungen mehr Zucker als üblich abgesetzt haben. Die aktuelle Marktsättigung mit Zucker macht es den Mühlen schwer, ihre Bestände selbst zu den reduzierten Preisen zu verkaufen, so ein lokaler Händler. Diese Situation hat zur Folge, dass strukturelle Anpassungen notwendig sind, um die Marktlage zu stabilisieren.
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Indiens Zuckerpreise unter Druck: Industrie fordert Anpassungen der Verkaufspreise