14. April, 2024

Politik

Im Schatten des Grauens: Verhaftung weiterer Verdächtiger nach Moskauer Terrorakt

Im Schatten des Grauens: Verhaftung weiterer Verdächtiger nach Moskauer Terrorakt

Die Ermittlungen zum blutigen Anschlag auf die Crocus City Hall in Krasnogorsk, einem Vorort Moskaus, haben zu einem weiteren Durchbruch geführt. Ein achter Tatverdächtiger, ein 31-jähriger russischer Staatsbürger mit Wurzeln in der zentralasiatischen Republik Kirgistan, wurde nun in Untersuchungshaft genommen. Laut Berichterstattung durch Interfax und Angaben des Moskauer Basmanny-Gerichts wird ihm vorgeworfen, den Terroristen Unterkunft gewährt zu haben – ein Vorwurf, den der Mann vor Gericht zurückweist, da er behauptet, die Mieter für gewöhnliche Bürger gehalten zu haben.

Diese Entwicklung folgt auf das tragische Geschehen, bei dem Terroristen, für die anschließend der Islamische Staat (IS) die Verantwortung übernahm, einen verheerenden Anschlag durchführten und 139 Menschenleben forderten; rund 200 Personen erlitten Verletzungen.

Ungeachtet der IS-Bekennerschreiben verharren russische politische Stimmen bei ihrer Annahme, die Ukraine stehe hinter dem Anschlag. Nikolai Patruschew, Sekretär des nationalen Sicherheitsrats Russlands, mutmaßte zunächst eine direkte ukrainische Verwicklung, relativierte seine Aussage später jedoch leicht und verwies auf fortlaufende Ermittlungen. Präsident Wladimir Putin betonte, die juristische Aufarbeitung müsse die Täter ihrer gerechten Strafe zuführen und ließ trotz Bestätigung eines islamistischen Hintergrunds Spielraum für die Theorie einer ukrainischen Drahtzieherschaft.

Auch die Flucht der Schützen in Richtung ukrainischer Grenze und ihre anschließende Festnahme im Grenzgebiet Brjansk wird als Hinweis auf einmal mehr verdächtige Verknüpfungen zur Ukraine angeführt. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko erklärte, sein Land habe durch Sicherheitsvorkehrungen eine Flucht der Attentäter nach Belarus verhindert.

Interessante Details kamen ebenfalls aus türkischen Sicherheitskreisen, die enthüllten, zwei der mutmaßlichen Attentäter hätten vor dem Anschlag in der Türkei verweilt und wären gemeinsam nach Moskau geflogen. Türkische Offizielle verneinen jedoch eine Radikalisierung auf ihrem Hoheitsgebiet.

Als Reaktion auf den Anschlag flammt in Russland die Debatte um die Wiedereinführung der Todesstrafe auf. Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin äußerte, dass eine solche Maßnahme schnell umsetzbar sei, ohne dass es weiterer Abstimmungen oder Referenden bedürfe, obwohl seit 1996 ein Moratorium gilt und keine Todesurteile mehr vollzogen wurden.