16. April, 2026

Märkte

Handelskrieg 2.0: Biden trifft Chinas Exporte mit hohen Zöllen

Handelskrieg 2.0: Biden trifft Chinas Exporte mit hohen Zöllen

Im Wirtschaftsgefecht zweier globaler Supermächte legt US-Präsident Joe Biden nach und verdoppelt konsequent den Druck auf chinesische Exporteure. Mit einem Sätzecluster von bis zu 100 Prozent soll das Eindringen von Elektrofahrzeugen aus dem Reich der Mitte in den amerikanischen Markt blockiert werden. Neben den E-Mobilen geraten damit auch Schlüsselindustrien wie Solarzellenherstellung, Halbleiterproduktion und medizinische Artikel in den Fokus schärferer US-Zollpolitik.

Die Direktorin des Nationalen Wirtschaftsrats, Lael Brainard, signalisiert dennoch den Wunsch nach Stabilität zwischen den Mächten und weicht Spekulationen über mögliche chinesische Vergeltungsschläge aus. Trotz eines diplomatischen Untertons umfasst die jüngste Maßnahme eine beeindruckende Palette an Waren im Wert von 18 Milliarden Dollar. Der Kern der amerikanischen Botschaft bleibt unverändert: China untergräbt mit subventionierten Produkten den fairen Handel.

Insbesondere chinesische E-Autos stellen, weiter begünstigt von staatlichen Beihilfen, eine Bedrohung für lokale Investitionen und die amerikanische Automobilbranche dar, worauf die US-Administration mit einer vehementen Zollsteigerung von 25 auf 100 Prozent reagiert. Elektroautopionier Elon Musk selbst raunte Warnungen über die so drohende Dominanz chinesischer Fabrikanten.

Die USA wollen eigene Kapazitäten stärken und so sozioökonomische Abwanderungen, die Biden nur allzu gut aus seiner Heimat kennt, entgegenwirken. Eine Investitionswelle mit Milliarden Dollar für Infrastruktur und Fertigung ist bereits in vollem Gange, eine Strategie, die Trumps protektionistische Zollpolitik nahtlos fortsetzt.

Aber die Zollkeule schwingt breiter: Solarzellen erleben eine Verdoppelung der Steuern auf 50 Prozent, mit dem Vorwurf an China, die globale Bedarfsschätzung bei der Produktion weit übertroffen zu haben. Selbst die sächsische Solarindustrie spürt den preislichen Druck aus Asien. Hafenkräne, kritisch in Sachen möglicher Spionage gesehen, werden nun mit 25 Prozent Mehrkosten belegt. Medizinprodukte erleben eine Anhebung bis hin zu 50 Prozent, und beim essentiellen Halbleitersektor visiert man ebenfalls eine Verdopplung der Zölle bis 2025 an, flankiert von substantiellen Subventionen für amerikanische Chiphersteller.

China reagiert mit Unverständnis und verweist auf die WTO-konforme Handelspraxis und darauf, dass ihre Industrien zum globalen Kampf gegen den Klimawandel beitragen würden. Wie diese ökonomische Kraftprobe sich weiterentwickelt, bleibt abzuwarten – in einer Weltwirtschaft, in der die Linien zwischen Handel und Hochpolitik zusehends verschwimmen.