18. Juli, 2024

Politik

Grenzschutz der Ukraine stoppt Fluchtversuch von Wehrpflichtigen nach Transnistrien

Grenzschutz der Ukraine stoppt Fluchtversuch von Wehrpflichtigen nach Transnistrien

Eine Gruppe von 23 wehrpflichtigen Männern wurde an der ukrainisch-moldauischen Grenze bei einem Fluchtversuch gestoppt. Der Ukrainische Grenzschutz konnte die Männer im Kreis Podilsk, Teil des Gebiets Odessa, aufgreifen, als sie mit einem Getreidelaster bis an die Grenze gelangt waren und zu Fuß weitergehen wollten. Ihr Ziel war die prorussische Region Transnistrien, die sich von der Republik Moldau abspalten will.

Die Grenzschutzbehörde präsentierte Aufnahmen der nächtlichen Flucht, die mit einem Nachtsichtgerät gemacht wurden und die Männer auf einem Feld zeigen. Den Angaben zufolge zahlten die Männer jeweils zwischen umgerechnet 4.600 und 14.800 Euro in Kryptowährung an einen Fluchthelfer. Nun erwartet sie eine Ordnungsstrafe für den Versuch des illegalen Grenzübertritts sowie eine Überstellung an das Kreiswehrersatzamt.

Seit dem russischen Einmarsch vor mehr als zwei Jahren hat die Ukraine das Kriegsrecht verhängt und eine umfassende Mobilmachung angeordnet. Seither dürfen wehrpflichtige Männer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren das Land nur in Ausnahmefällen verlassen.

Dennoch unternehmen viele Männer den Versuch, über die grüne Grenze vor allem in umliegende EU-Staaten zu gelangen. Daten des Verteidigungsministeriums zufolge wurden seit Kriegsbeginn bereits über 400.000 Männer zur Fahndung ausgeschrieben, weil sie Musterungs- oder Einberufungsbescheide ignoriert hatten. Besonders auffällig ist dabei die hohe Zahl der gesuchten Personen aus den als besonders patriotisch geltenden westukrainischen Gebieten.