08. Juli, 2026

Technologie

Google verliert Monopolstreit: US-Gericht urteilt gegen den Internetriesen

Google verliert Monopolstreit: US-Gericht urteilt gegen den Internetriesen

Ein bedeutendes Urteil der US-Wettbewerbsbehörde ist ein schwerer Schlag für Google: Der Technologiekonzern wurde vom Washingtoner Richter Amit Mehta beschuldigt, ein Monopol im Bereich der Internet-Suche innezuhaben und dieses unlauter gegen Konkurrenz verteidigt zu haben. Google kündigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

Die langfristigen Auswirkungen der gerichtlichen Entscheidung für Google, die Internetnutzer und den fairen Wettbewerb bleiben vorerst unklar. Ein Folgeverfahren soll die möglichen Konsequenzen klären, während Berufungsverfahren Jahre dauern können. Im Fokus standen insbesondere milliardenschwere Verträge, mit denen Google jahrelang seine Position als voreingestellte Suchmaschine auf Apples Safari und dem Firefox-Browser sicherstellte.

Richter Mehta stellte fest, dass Google aufgrund seiner monopolartigen Stellung die Preise für Werbekunden ohne negative Konsequenzen erhöhen konnte. Diese Deals zementierten laut Mehta die Marktposition des Konzerns, was für einen Monopolisten verbotenes Verhalten darstelle. Welche Auflagen das US-Justizministerium fordern wird, ist noch nicht bekannt.

In der EU werden Nutzer seit dem Digital-Gesetz DMA gefragt, welche Suchmaschine sie als Standard nutzen wollen. Trotz dieser Wahlmöglichkeit bleibt Google oft die erste Wahl. Fraglich bleibt, ob das Gericht Apple und Mozilla in den USA zwingen kann, ihr Verfahren zur Standard-Suchmaschinenauswahl zu ändern.

Eine bemerkenswerte Aussage aus dem Urteil stammt von Apple-Manager Eddy Cue, der bestätigte, dass es keinen Betrag gibt, mit dem Microsoft seine Suchmaschine Bing als Voreinstellung auf Apple-Geräten erkaufen könnte. So könnte Google seine Marktposition ohne finanzielle Anreize behalten. Während Apple auf die Zahlungen verzichten könnte, sind diese für Mozilla und dessen Firefox-Browser von zentraler Bedeutung.

In den letzten Jahren hatten Nutzer stets die Möglichkeit, eine andere Suchmaschine als Standard festzulegen, jedoch blieb die Mehrheit bei Google. Laut Richter Mehta hatten Rivalen kaum Chancen, in den Webbrowsern Fuß zu fassen.

Kamyl Bazbaz vom Google-Konkurrenten DuckDuckGo schlug vor, Nutzer regelmäßig zu fragen, ob sie eine andere Suchmaschine ausprobieren möchten. Alternativ könnte das Gericht Google zwingen, neue Schnittstellen für Konkurrenten zu schaffen oder die Nutzung von Pop-ups zu untersagen, um abgewanderte Nutzer zurückzugewinnen.

Google konterte, dass Nutzer wegen der Qualität der Suchergebnisse auf Google zurückgreifen. So wechselte Firefox einst zu Yahoo, kehrte aber nach zwei Jahren zu Google zurück. Nach dem Urteil betonte der Konzern erneut, dass die beste Suchmaschine von Google komme. In Berufung gehend, wolle man weiterhin Produkte entwickeln, die den Menschen nützten.

Die Klage wurde noch unter Präsident Donald Trump eingereicht. Sein Nachfolger Joe Biden führte das Verfahren fort. Justizminister Merrick Garland bezeichnete das Urteil als historischen Sieg für das amerikanische Volk und betonte, dass kein Unternehmen über dem Gesetz stehe.