Goldman Sachs vermeldet für das erste Quartal des Jahres fulminante Erfolge. Ein boomender Wertpapierhandel erwies sich als Treiber eines unerwartet kräftigen Gewinnzuwachses. Mit einem Plus von 27 Prozent bei den Aktionärsgewinnen konnte das renommierte Wall-Street-Institut Analystenprognosen, die von einer rückläufigen Entwicklung ausgingen, klar widerlegen. Die Bekanntgabe der Quartalsergebnisse sorgte auch an der New Yorker Börse für Begeisterung: Die Aktie der Investmentbank erzielte kurz nach Handelsbeginn ein Kursplus von beinahe fünf Prozent und setzte sich damit deutlich an die Spitze des Dow Jones Industrial. Trotz eines zwischendurch verzeichneten Kursrückgangs liegt der Aktienwert nun sechs Prozent über dem Jahresanfangsstand.
Das Handelsgeschäft mit Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffen erwies sich als Goldgrube für Goldman Sachs, indem es zehn Prozent mehr Erträge generierte als im Vorjahr und damit sogar erfahrene Marktbeobachter überraschte. Im Vergleich zum Vorjahresquartal, als hier Rückgänge zu verzeichnen waren, ist diese Entwicklung besonders bemerkenswert.
Auch im Segment des klassischen Investmentbankings, bei Betreuungen von Börsengängen sowie Übernahmen und Fusionen, verbuchte die Bank beachtlich gestiegene Erträge – ein sattes Plus von nahezu einem Drittel. Das Fondsgeschäft und die Vermögensverwaltung waren ebenfalls von Zuwächsen geprägt, hier wurden 18 Prozent mehr erlöst.
Im Gesamten stiegen die Erträge der Bank um 16 Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar an, womit auch hier die Erwartungen übertroffen wurden. Trotz eines zehnprozentigen Rückgangs im Zinsüberschuss besteht kein Grund zur Sorge, da der Zinsbereich für Goldman Sachs traditionell weniger zentral ist als für andere Bankinstitute.
Die Kosten stiegen im Berichtszeitraum moderat an und lagen mit 8,7 Milliarden Dollar nur drei Prozent über dem Vorjahresniveau, was insbesondere im Lichte hoher Vorjahresabschreibungen auf Immobilienanlagen und Ertragseinbußen aufgrund von Teilverkäufen im Konsumkreditgeschäft positiv zu bewerten ist.
Goldman Sachs' frühere Bemühungen, das Geschäft mit Kunden mittleren Einkommens auszuweiten, endeten in kostspieligen Rückzügen. Im verbleibenden Plattformgeschäft wurde ein Vorsteuerverlust von 117 Millionen Dollar hingenommen, wie aus den Quartalszahlen ersichtlich wurde.