21. Mai, 2026

Märkte

Gold und Silber glänzen: Edelmetalle auf dem Höhenflug

Gold und Silber glänzen: Edelmetalle auf dem Höhenflug

Edelmetalle setzten in dieser Woche ihren Höhenflug fort, wobei Gold neue Rekorde erzielte und Silber seinen höchsten Stand seit 12 Jahren erreichte. Diese Entwicklung wurde durch zunehmende geopolitische Spannungen, Veränderungen in der Geldpolitik und die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen angetrieben. Der Gold-Futures-Preis überschritt am Freitag die Marke von 2.760 Dollar je Unze und setzte damit eine Rallye fort, die das Edelmetall seit Januar um mehr als 30 Prozent in die Höhe getrieben hat. Ebenso erreichte Silber kurzzeitig über 34 Dollar je Unze – ein Niveau, das seit 2012 nicht mehr gesehen wurde. Im Vergleich zu den breiteren Marktentwicklungen übertreffen die Anstiege bei Edelmetallen die der Märkte deutlich: Gold und Silber legten in diesem Jahr um 26 Prozent bzw. 35 Prozent zu, während der breitere Markt gemäß S&P 500 um 19 Prozent stieg. Ein wesentlicher Treiber hinter dem Aufstieg von Gold ist der gesteigerte Aufkauf durch Zentralbanken. Laut einem Bericht von Yahoo! Finance, der sich auf Bank of America-Analysten beruft, hat Gold den Euro als zweitgrößte Reservewährung der Welt überholt und liegt damit nur hinter dem US-Dollar. Dies geschah im Zuge rekordverdächtiger Goldkäufe durch Zentralbanken im ersten Quartal 2024. "Zu den Sorgen im Nahen Osten kommt noch die anstehende US-Wahl, die sehr umkämpft aussieht", sagte Nitesh Shah, Rohstoffstratege bei WisdomTree, gegenüber Reuters. "Gold ist oft der Zufluchtsort in Zeiten der Unsicherheit." Beim London Bullion Market Association-Kongress in der vergangenen Woche sagten Delegierte voraus, dass der Goldpreis im nächsten Jahr 2.941 Dollar je Unze erreichen wird. Der Silberausblick wirkt noch optimistischer, da Teilnehmer laut JPMorgan von einem Durchschnittspreis von 45 Dollar je Unze ausgehen. Die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen führender Zentralbanken unterstützen Edelmetalle. Letzten Monat hat die Federal Reserve einen Zinssatz um einen halben Punkt gesenkt, während die Europäische Zentralbank ihre dritte Senkung um einen Viertelpunkt in diesem Jahr ankündigte. Diese Maßnahmen fördern die Attraktivität von Gold, das typischerweise von niedrigeren Zinsen profitiert. Dennoch haben jüngste Wirtschaftsdaten einige Volatilität eingeführt. Die US-Einzelhandelsumsätze übertrafen die Erwartungen im September, während die Arbeitslosenzahlen unerwartet zurückgingen. "Diese beiden Berichte sprechen für die geldpolitischen Falken," sagte Jim Wyckoff, leitender Marktanalyst bei Kitco Metals, gegenüber Reuters.