Die politischen Spannungen in Frankreich haben die globalen Aktienmärkte am Montag in eine gewisse Unsicherheit versetzt. Obwohl der befürchtete Absturz nach einem möglichen Sieg des rechten Rassemblement National (RN) ausblieb, zeigen die Märkte nach dem Erfolg des Linksbündnisses und der drohenden Instabilität verhaltene Reaktionen. Der DAX wird vorbörslich auf etwa 18.470 Punkte geschätzt, nachdem er die letzte Woche mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 18.475 Punkten abgeschlossen hatte. In den USA setzte der S&P 500 seinen Aufwärtstrend mit einem wöchentlichen Gewinn von 2,0 Prozent fort.
In den kommenden Tagen dürften die US-Verbraucherpreise, die am Donnerstag veröffentlicht werden, besondere Aufmerksamkeit erhalten. Laut LBBW bildet dies das "Makro-Highlight der Woche". Aufgrund gesunkener Benzinpreise wird erwartet, dass die Inflation ein drittes Mal in Folge nachgibt, was Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) schürt. Die Commerzbank warnt jedoch, dass anhaltende Konjunkturenttäuschungen die Gewinnperspektiven der Unternehmen belasten könnten.
Die in der kommenden Berichtssaison veröffentlichten Unternehmenszahlen für das zweite Quartal dürften maßgeblich zur Marktstimmung beitragen. Den Auftakt machen traditionell die Großbanken, bevor auch Technologiegiganten wie Apple und Microsoft ihre Ergebnisse präsentieren.
Ein weiteres Augenmerk richtet sich auf die jüngste Entwicklung des Bitcoins, der unter die Marke von 55.000 US-Dollar gefallen ist. Diese Schwäche könnte, laut "Wellenreiter Invest", eine Korrektur an den amerikanischen Aktienmärkten einleiten. Saisonal betrachtet, ist der Juli jedoch ein starker Monat, bevor August und September statistisch schwächer abschneiden.
Optimistischer zeigt sich die DZ Bank, die auf weiteres Aufwärtspotenzial für europäische Aktien setzt. Sie projizieren für den DAX bis Jahresende einen Anstieg auf rund 19.500 Punkte und sogar ein Überschreiten der 20.000-Punkte-Marke im Jahresverlauf.
Charttechnisch gibt es ebenfalls positive Signale. Jörg Scherer von HSBC spricht von einem "prozyklischen Investmentkaufsignal" für den DAX, das das bisherige Allzeithoch von 18.893 Punkten ins Visier rückt. Der erfolgreiche Sprung über wichtige Schlüsselbarrieren könnte laut Scherer den Weg zu einem Kursziel von 19.200 Punkten ebnen.
Wichtige wirtschaftliche Daten und Termine dieser Woche umfassen unter anderem den Eurozone-sentix-Konjunkturindex, Anhörungen und Reden von US-Notenbankmitgliedern, sowie die Veröffentlichung der US-Verbraucher- und Erzeugerpreise.