02. Mai, 2026

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Feste Männersache: Nur ein kleiner Teil der deutschen Seeleute sind Frauen

Feste Männersache: Nur ein kleiner Teil der deutschen Seeleute sind Frauen

In den Weiten der deutschen Handelsflotte zeigt sich die Seefahrt weiterhin als eine Bastion der Männerdominanz. Laut aktuellen Zahlen sind von den 6952 sozialversicherungspflichtigen Seeleuten gerade einmal 490 Frauen, was einem Anteil von etwa 7,1 Prozent entspricht. Gaby Bornheim, Präsidentin des Verbands Deutscher Reeder, hob hervor, dass Deutschland damit zwar den durchschnittlichen internationalen Frauenanteil von etwa zwei Prozent deutlich übertrifft, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache, da der Frauenanteil, verglichen mit einem annähernd ausgewogenen Geschlechterverhältnis in der Gesamtbevölkerung, als unzureichend angesehen wird.

Es ist jedoch ein aufkeimender Optimismus zu verzeichnen, denn der Frauenanteil nimmt allmählich zu. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil weiblicher Seeleute in der deutschen Handelsflotte – wenn auch in kleinen Schritten – erhöht: von 5,8 Prozent in 2022 auf 7,0 Prozent. Frauen übernehmen an Bord zunehmend Verantwortung und besetzen Positionen wie die einer Kapitänin oder Offizierin in verschiedenen Fachbereichen. Bornheim betonte in diesem Zusammenhang, dass es ermutigend ist, dass Frauen den maritimen Sektor erkunden und dabei traditionelle Rollenmuster durchbrechen.

Diese Thematik gewinnt vor allem an Bedeutung im Lichte des dritten Internationalen Tages der Frauen in der Schifffahrt, welcher von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) initiiert wurde. Der Aktionstag ist ein Aufruf zur Förderung der Beschäftigung von Frauen im Seefahrtsektor und ein Vehikel, um auf die bestehende Geschlechterkluft aufmerksam zu machen. Die IMO, die als Sonderorganisation der Vereinten Nationen fungiert, ermutigt ihre 176 Mitgliedsstaaten dazu, diesen Missstand anzugehen. Im weltweiten Vergleich sind unter den rund 1,8 Millionen Seeleuten auf etwa 74 000 Handelsschiffen nur wenige Frauen anzutreffen – ein Umstand, den Bornheim ändern will, denn: 'Die Meereswege stehen auch für Frauen offen.'